Dieser Text basiert auf einem Artikel
für die PRO BAHN Post Oktober 1995.
Bearbeitungsstand: 20.9.1995

Tram 17 Süd – Warum eigentlich nicht?
– Eine Einzelmeinung –

Im Zuge der Diskussion um die Beschleunigung der Buslinie 58 (Hauptbahnhof - Wettersteinplatz) haben die Befürworter der Beschleunigung unter anderem die starke Auslastung dieser Buslinie ins Feld geführt. Dies kommt dem naiven Beobachter der Diskussion etwas merkwürdig vor, da eben auf der vom 58er befahrenden Strecke vor einigen Jahren die Trambahnlinie 17 mangels Auslastung eingestellt wurde und es meines Wissens keinerlei Bestrebungen von Seiten der Stadtwerke, des Stadtrates oder gar des MVV gibt, diesen Trambahnabschnitt, ähnlich wie den Nordabschnitt der ehemaligen Linie 17, wieder zu reaktivieren.

Ebenso paradox ist, daß bisher immer argumentiert wurde, ein Trambahnbetrieb auf diesem Linienabschnitt würde zu unzumutbaren Behinderungen des Individualverkehrs führen. Im Rahmen der Busbeschleunigung werden jetzt jedoch Maßnahmen (Ampelvorrangschaltung, Busspuren) ergriffen, die den Individualverkehr genauso stark einschränken wie ein Trambahnbetrieb - jedoch mit weniger Nutzen für die Fahrgäste.

Aus Sicht der Fahrgäste und aller, die an einer allgemeinen Verbesserung des Stadtverkehrs Münchens interessiert sind, gibt es zahlreiche Gründe, den Trambahnverkehr auf der zur Diskussion stehenden Strecke wieder aufzunehmen:

Es ist folgende Linienführung möglich: Großhesseloher Brücke - Tegernseer Landstraße - Kolumbusplatz - Baldeplatz - Goetheplatz - Hauptbahnhof. Auf ein Anfahren der Haltestelle Silberhornstraße kann verzichtet werden, und es ist zu prüfen, ob anstatt der Zufahrt über die Paul-Heyse-Straße zum Hauptbahnhof die Goethestraße benutzt werden kann.

Zur Einpassung in das Trambahnkonzept von PRO BAHN (siehe PRO BAHN Post Juni 1995) ist zu empfehlen, diese Linie als Linie 15 vom Hauptbahnhof weiter über Stachus - Barer Straße - Kurfürstenplatz - Hohenzollernplatz - Nordbad zum Petuelring zu führen. Die im PRO BAHN-Konzept für diese Route vorgesehene Linie 14 fährt dann als Ersatz für die ursprüngliche Linie 15 zum Westfriedhof. Wie bereits angesprochen, verkehrt bei dieser Lösung in der Fraunhoferstraße nur noch die Trambahnlinie 14 (Schwanseestraße - Westfriedhof).

Ich meine, PRO BAHN muß sich energisch für eine solche Lösung einsetzen. Wir müssen nicht die Meinung der Stadtwerke München oder des Stadtrats vertreten, sondern die der Fahrgäste. Auch wenn sich die offizielle Politik in Sachen Trambahn der Meinung von PRO BAHN in letzter Zeit weiter angepaßt hat, ist dies kein Grund für uns, gegenüber den Vertretern dieser offiziellen Meinung eine Art „Schmusekurs" zu fahren. PRO BAHN sollte den Vorteil nutzen, ohne politische Zwänge agieren zu können und keine scheinbar rationalen Argumente zur Durchsetzung von politischen Zielen vorschieben zu müssen. Unsere Argumente orientieren sich einzig und allein am Nutzen oder Schaden geplanter Maßnahmen für die Fahrgäste.



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