Dieser Text basiert auf einem Artikel
für die PRO BAHN Post Juli 2000.
Bearbeitungsstand: 26.6.2000

Stadtwerke starten Aktion gegen S-Bahn-Fahrpläne

Löblicherweise hängen an den Münchner U-Bahn-Stationen nicht nur die Fahrpläne der U-Bahn sondern auch Abfahrtspläne der S-Bahn für den nächstgelegenen Umsteigebahnhof an der Stammstrecke aus. Leider bezieht sich dieses Lob seit Mitte Juni nur noch auf die Vergangenheit. Zu diesem Zeitpunkt wurden in allen U-Bahnhöfen die S-Bahn-Fahrpläne umgedreht und auf der Rückseite ein Reklamezettel, der auf das gerade anlaufende Tollwood-Festival hinweist, angebracht.

Offensichtlich geht es darum, dieser Werbung dadurch besondere Aufmerksamkeit zu verschaffen, daß man sie auf den durch das Herumdrehen der viel größeren S-Bahn-Fahrpläne entstehenden gelben Hintergrund anbringt. In vielen Fällen wäre in den Informationsvitrinen an anderer Stelle Platz für die Tollwood-Reklame gewesen, ohne daß man wichtige Information (die ja ebenfalls erst zwei Wochen vorher neu angebracht wurde) entfernt.

Zweck der Informationsvitrinen ist eigentlich ja auch die Information von Fahrgästen und erst sehr sekundär das Reklamemachen für Veranstaltungen, die mit Öffentlichem Verkehr nur mittelbar etwas zu tun haben. Ebenso ist Daseinszweck der Verkehrsbetriebe der Stadtwerke München eigentlich die Beförderung von Personen und schon deutlich weniger so etwas wie das Tollwood-Festival zu "powern". Es entsteht der Eindruck, daß jemand in der Stadtwerke-Führung total den Blick für die Prioritäten verloren hat.

Die einzige für Fahrgäste im Zusammenhang mit Tollwood wirklich interessante Information, nämlich die Erreichbarkeit mit Bus und Bahn (unter anderem durch eine extra eingerichtete Buslinie 112), verschweigt der Werbeaushang verschämt.

PRO BAHN kann und muß hier fordern, daß die Informationsvitrinen in U-Bahnhöfen schnellstmöglich wieder in den alten Zustand gebracht werden, und daß die zuständigen Personen bei MVV und SWM zur Verantwortung gezogen werden.

Darüber hinaus gibt es weitere Möglichkeiten die Fahrgastinformation zu verbessern. So sollten in den angesprochenen Vitrinen die Fahrpläne für die Haltestellen von Bus und Bahn an der Oberfläche der jeweiligen U-Bahn-Station zu finden sein.

Natürlich gibt es bezüglich Information gerade bei den Stadtwerken auch lobenswertes. Erwähnt seien nur die dynamische Abfahrtszeitanzeige an einigen Tram- und Bushaltestellen oder auch die Umgebungsspläne für U-Bahn-Stationen. Etwas ähnliches, nämlich Übersichtspläne, die über die Lage der einzelnen Abfahrtsstellen informieren, ist allerdings auch bei einigen Oberflächenhaltestellen von Nöten. Als Beispiel sei nur Herkomerplatz genannt, wo ein aus der Trambahn aussteigender Fahrgast zunächst einmal minutenlang herumirren kann, bevor er die richtige Bushaltestelle gefunden hat.



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