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Tagebuch eines Impfgeschädigten


Wie alles begann...


Am 4.10.07 erhielt ich meine Auffrischungsimpfung gegen FelV ("Leukose-Impfung").


8 Wochen später war an der Impfstelle ein kleines, hartes Knubbelchen entstanden.


Meiner Tierärztin, Fr. Dr. Maul, gefiel das gar nicht und ich wurde am 6.12.07 operiert.

 
Es wurde mir an der rechten Brustwand ein 4,3 x 4,0 x 3,0 cm großes Stück "Fleisch" herausgeschnitten. Das Teil wurde untersucht und der Befund bestätigte ein malignes Fibrosarkom mit Schnittgrenzen im gesunden Gewebe. Ich erhielt anschließend bis Mitte Februar Neydil 66.

Von der OP habe ich mich sehr rasch und gut erholt und ich konnte nach 10 Tagen schon wieder richtig lustig herumspringen.


Am 2.3.08 fand mein Frauchen zu ihrem größten Entsetzen wieder ein Knubbelchen an der rechten Brustseite. Es war so groß wie eine Linse und meine Tierärztin riet zur besonderen Beobachtung.


Am 9.3.08 war das "Ding" bereits erbsengroß. Die Diagnose hieß nun rezidives Fibrosarkom. Ich bekam ab diesem Tag wieder Neydil 66 St. II (0.5 ml tgl).

Zusätzlich haben wir ab 10.3.08 eine Behandlung mit Interferon (Omega M10 von Virbac) begonnen. Auf Anraten von Fr. Dr. Kleiter (Vet. Uni Wien) 3 x wöchentlich.


Am 13.3.08 war der Tumor bereits so groß wie eine Bohne, nur etwas flacher.


Am 15.3.08 hat sich der Tumor stark verändert. Er war wesentlich flacher geworden und die Konsistenz hatte sich von grob und eher zäh in weich mit glattem Umfeld verändert.


Am 16.3.08 hat mich der Robert (das ist der Mann von Frauchen) nach Wien gefahren. Da ich ja - wie Robert und Bernadette - ein waschechter Österreicher bin, war das für mich kein außergewöhnlicher Streß (nur ein bißchen aufgeregt war ich schon) wieder einmal die Familie zu besuchen. Wohnen tue ich zurzeit bei Tante Irene (= Schwester von Frauchen), die kenne ich schon ganz gut und die Räumlichkeiten ebenfalls.


Nun hieß es Daumendrücken und ein wenig Beten hat wohl auch nicht geschadet.


In Wien hatte ich am 17.3.08 einen Termin bei Fr. Dr. Kleiter. Die hat mich ganz genau untersucht, um mit uns allen zu entscheiden, ob ich eine Bestrahlungstherapie erhalte und wie es mit meiner Behandlung weitergeht (palliativ, kurativ, Bestrahlung, Chemotherapie, Interferon,..???)

 
Ihr werdet Euch sicher fragen, warum ich bis nach Wien wegen der Behandlung fahren mußte? Ganz einfach, es gibt nur sehr wenig Bestrahlungsgeräte in ganz Europa für unsereiner. Und ein so ein Gerät steht praktischerweise in Wien.


Es wurde ausgemacht, daß ich nach Hause zurückfahre und ein großes Blutbild, eine Feinnadelbiopsie und ein Röntgen (um mögliche Metastasen in der Lunge auszuschließen) machen sollte.

Die Interferonbehandlung sollte ebenfalls weitergeführt werden.  Dies alles um eine vernünftige Entscheidungsgrundlage für eine Bestrahlungsbehandlung zu finden. Ein Planungs- CT/MRT müßte vor der Bestrahlung ebenfalls noch erfolgen.


Wieder in München habe ich am 17.3.08 am Abend alle Untersuchungen mit stoischer Ruhe hinter mich gebracht. Das Lungenröntgen war unauffällig, meine Blutwerte waren wunderbar und das Ergebnis der Biopsie, das wir am 19.3.08 erhalten haben, war die totale Überraschung: kein Hinweis auf Malignität!


Frauchen, Robert und meine Frau Doktor haben sich super gefreut!!!


Natürlich waren nun alle ein bißchen (positiv) ratlos und ich bekam sicherheitshalber noch am 22.3.08 eine Interferoninjektion. Das Neydil bekomme ich natürlich weiter. Nach Ostern würde mit Fr. Dr. Kleiter das weitere Vorgehen diskutiert.


Heute haben wir den 27.3.08. Der Tumor wird langsam kleiner und flacher. Die Konsistenz hat sich nicht mehr verändert. Morgen ist ein neuer Termin mit meiner Frau Doktor angesetzt. Frauchen möchte sich mit ihr beraten, da die Wiener Spezialistin vorgeschlagen hat, das Gewebe in einer Exzisionsbiopsie pathohistologisch zu untersuchen, um jedes Risiko auszuschließen. 


Wir schreiben den 1. Mai 08. Es hat sich zwischenzeitlich nicht sehr viel getan. Mir geht es hervorragend, meinem Knubbel auch... Der hat sich zwischenzeitlich zwar etwas verhärtet aber er ist in seiner Größe nahezu gleich geblieben. Jetzt fühlt er sich an wie so eine Art Schneemann: kleiner, länglicher Kopf und dicker Bauch. Frauchen hat beschlossen, noch ein wenig zuzuwarten. Ich bekomme täglich mein Neydil (0,5 ml Stärke II bzw. Neyling 66) weiter und wenn sich bis Juni nichts tut, dann nehmen wir das Teil höchstwahrscheinlich raus.

 
Anfang Juli hat der Tumor wieder begonnen zu wachsen. Ich erhielt eine Woche vor der OP eine Injektion mit Interferon. Am 25.07.08 wurde ich wieder operiert und das "Ding" wurde pathologisch untersucht. Das Ergebnis ergab ein stachelbeergroßes invasives Rezidiv eines Fibrosarkoms.
 
Frauchen hat mich anschließend zur Bestrahlungstherapie in Wien angemeldet. Kurz vor Behandlungsbeginn 18.08.08 habe ich angefangen sehr stark zu speicheln und mein Fell habe ich im Bürstenlook getragen. Es hat ein paar Tage gebraucht bis Bernadette drauf gekommen ist, daß mein rechter Eckzahn auf der Hinterseite ein dickes Loch hatte. Also wieder zu meiner Frau Doktor. Sie hat mir den bösen Zahn gezogen und jetzt geht es mir wieder wunderbar.


Mittlerweile kriege ich aber bereits die Panik sobald ich den Kennel sehe und ich zittere wie Espenlaub wenn es wieder zur Tierarztpraxis geht (obwohl dort alle sehr, sehr lieb zu mir sind!). Weitere Angstzustände beschreibe ich hier - da sie mir etwas peinlich sind - nicht. 


Meine zwei Menschen haben aus diesem Grund vor wenigen Tage beschlossen mir doch keine Bestrahlungstherapie zuzumuten. Sie haben eine Tierheilpraktikerin, Frau Taulien, kontaktiert und werden mit mir und natürlich auch wieder in Zusammenarbeit mit meiner Frau Doktor eine Horvi-Therapie (mehr dazu Schlangengift-Therapie) beginnen.


Heute ist der 7.9.08.

Ich erhalte seit knapp 2 Wochen verschiedene genau auf mich abgestimmte homöopathische Heilmittel,  chinesische Heilpilze sowie Horvi-Produkte. Das Neydil 66 II, 0.5 ml bekomme ich ebenfalls noch täglich.

Auf eine Tablette habe ich sehr empfindlich reagiert (Latensin D6). Da hatte ich einige Stunden fast 40°C Fieber und war vollkommen apathisch. Dieses Mittel wirkt auf die Produktion von T-Zellen.

Nachdem meine Reaktion auf Fibrosarkome (Rezidive) von Fr. Taulien als sehr stark eingestuft worden war (D2), gehen wir davon aus, daß dies eine heftige Erstreaktion war und somit das Mittel vollkommen richtig ausgewählt worden war. Auf die zweite Tablette (eine Woche später) habe ich nicht mehr reagiert. Die Horvi- und anderen Produkte vertrage ich alle sehr gut.


Mein Allgemeinbefinden ist wunderbar und bis auf zwei kleine Unebenheiten im Narbenbereich, die durchaus noch von der OP herrühren können, ist meine Haut wieder glatt und mein Fell wächst auch schon wieder gut nach.
 

Wir haben mittlerweile den 2.11.08 und meine Tierheilpraktikerin hat erneut eine Büschel Fell von mir analysiert. Meine Reaktion auf das Fibrosarkom ist gleich stark geblieben, also bekomme ich weiterhin die gleichen Medikamente. Sehr erfreulich ist, daß meine Haut im Narbenbereich wieder ganz glatt wurde und sich bis heute kein weiteres Knubbelchen gebildet hat.


Bitte alle vorhandenen Daumen drücken, damit es so bleibt.


Juhuh! 3.2.09. Die Ergebnisse meiner letzten Haaranalyse haben ergeben, daß sich meine Tumorwerte erstmals verbessert haben. Mein Therapieplan wurde etwas "erleichtert". Das bedeutet, die gleichen Präparate weiter aber etwas weniger davon.


3.5.09. Mir wurden vor ca. 2 Wochen mal wieder ein paar Haare ausgezupft und die Ergebnisse liegen ebenfalls schon vor: Meine Tumorwerte haben sich stark verbessert!!! Leider mag ich meine Horvi-Produkte so gar nicht mehr nehmen. Die schmecken einfach so scheußlich, daß ich schon zu sabbern beginne, wenn ich nur daran denke. Frau Taulien, meine Tierheilpraktikerin - der ich verdanke, daß es mir so gut geht - hat vorgeschlagen, daß wir diese Medikamente reduzieren. Frauchen wird morgen mit ihr telefonisch Genaueres besprechen.


20.6.09. Es ist nun wieder ein Weilchen vergangen und ich wollte Euch so schildern wie er mir geht.

Alles prima und im grünen Bereich, wenn da nicht diese widerlichen Medikamente wären. Frauchen Bernadette hat mich zwar wieder dazu gebracht meine Horvi-Produkte (jetzt in ein wenig Milch und in Trockenfutterleckerli aufgesaugt) freiwilllig zu nehmen aber die chinesischen Heilpilze will ich nicht mehr (die würge ich gleich wieder raus und rühre auch kein Futter damit an! Ich bin da äußerst konsequent).  Ich bekomme auch immer noch mein Neydil, Schüssler Salze und Homöopathika in mein Futter, aber damit habe ich keine Probleme. So vergehen zurzeit meine Tage glücklich und zufrieden und bei schönem Wetter in der Sonne auf der Terrasse.


20.12.09. Anfang Dezember wurde wieder ein wenig Fell für eine Kontrollanalyse an Frau Taulien geschickt. Die Ergebnisse liegen zwischenzeitlich vor und sind super! Der Ca-Wert liegt bei D20. Somit können sich Frauchen und ich nun - was die Krebserkrankung angeht - entspannt zurücklehnen.

Ich werde sicherheitshalber weiter und in reduzierter Form meine Horvi-Produkte und Neydil 66 bekommen. Die Schüssler Salze und verschiedene andere Homöopathika muß ich altersbedingt - ich bin mit meinen 14 Jahren nach wie vor ein äußerlich äußerst imposanter und stattlicher Kater aber das eine oder andere Zipperlein läßt sich vor der Haaranalyse doch nicht mehr verheimlichen - einnehmen. In diesem Sinne wünsche ich Euch - lieben Lesern - alles Liebe und Gute zu den bevorstehenden Festtagen.


7.6.2010. Mir geht es schlicht und einfach wunderbar. Frauchen hat die Horvi-Produkte weiter reduziert, das Neydil 66 bekomme ich auch nur noch 2 x 0,5 ml pro Woche und ansonsten erinnert mich nichts mehr an die bösen Fibrosarkome-Zeiten. Nach dem Sommer werden wir sicherheitshalber nochmals ein paar Haare von Frau Taulien untersuchen lassen, damit ich anschließend gar kein Horvi mehr nehmen muss.

Allen Leidensgenossen wünsche ich auf diesem Weg alles Liebe und dass allen genauso geholfen werden kann, wie mir.


Euer Kurgi


P.S.: Warum ich das hier alles so genau dokumentiere?

Weil mein Frauchen - wie Saphir, Mimi, Speci und Ashley sehr alt (16 - 18 Jahre) waren - sich sehr viele Ratschläge zu CNI (chronische Niereninsuffizienz) aus dem Internet geholt hat. Diese waren ihr nicht nur für die Behandlung sondern auch für die Betreuung meiner ehemaligen Freunde sehr wertvoll gewesen.

Sie hofft natürlich, daß wir diese schreckliche Krankheit besiegen und will mit all den Erfahrungen, die wir gemeinsam machen, anderen Katzen und deren Besitzern ebenfalls ein wenig behilflich sein.