Dipl.-Ing.(FH) Jörg Hempel

Düsseldorfer Straße 33

90425 Nürnberg

Tel. 0911/346809
Fax. 0911/346810

Bürgerverein St. Johannis

Roland Cantzler

Hallerwiese 6

90419 Nürnberg

 

28. August 2001

 

Hesperiden Gärten – Kummer - Ideen

 

Sehr geehrte Damen und Herren,
sehr geehrter Herr Cantzler,

ich lebe seit 10 Jahren im Stadtteil Vogelherd (Wetzendorf); zuvor waren es bereits 7 Jahre in der Hufelandstraße. Ich fühle mich jetzt als Johanniser. Außerdem treibe ich Sport im SV St. Johannis 07 e.V., dessen Schriftführer ich auch bin.

Johannis war und ist ein historischer Stadtteil. Ich freue mich darüber, dass mit der Bausubstanz schonend umgegangen wird. Auch ist St. Johannis als touristische Attraktion in aller Munde. Viele Stadtführungen kommen nach Nürnberg St. Johannis. Meiner Ansicht nach tut man sich als Indi­vidual-Tourist aber schwer die historischen Stätten zu finden. Ich möchte hier einmal auf die Hesperidengärten zu sprechen kommen.

Besteht nicht seitens ihres Vereins und des Gartenbauamtes der Stadt Nürnberg die Möglichkeit die große Insel (auch manchmal als Marktplatz betitelt) in der Johannisstraße aufzuwerten? Ge­genüber dem Barockhäusle (einer der beiden Eingänge des Gartens) steht bereits der große Buch­stabe „H“, der auch ein schönes Blu­menmuster hat. Kann man dort nicht ein paar Pflanzkübel platzieren? Zwischen rein würde sich auch eine große Tafel aus einem Gestell von Baumstämmen einpassen. Dort könnte man eine Karte von Johannis montieren und auf die Hesperidengärten und den Johannisfriedhof verweisen.

Nun zum aktuellen Zustand der Hesperidengärten. Die Gestaltung ist herrlich, die südländischen Bäumchen schenken dem Garten genau das Flair, was auch in der Literatur beschrieben ist.

Nur fehlt dem Garten die Frische! Die Brunnen laufen nicht immer vollständig. Die Rasenflächen sind zum Teil ausgetrocknet. In der Zone III (Gang mit der Sonnenuhr) hat es bereits im Juni ge­herbstet. Zum Teil gibt es ja eine automatische Bewässerung, aber wie wird der Rest versorgt? Dies habe ich in einem ähnlichen Schreiben auch dem Gartenbauamt der Stadt Nürnberg mitge­teilt.

Solch ein Garten braucht Pflege. Diese koststet Geld. Die Stadt hat dafür keine Mittel. Aber könnte man nicht neue Wege wie in England oder Schweden gehen? Dort gibt es sehr viele Schlossgärten. An vielen Stellen sind sog. „Spendenbüchsen“ aufgestellt. Dort könnte man auch Informationen über den Garten aushängen und einen Vorschlag für die Höhe der Spende nennen. Und die Büchsen braucht man nicht zu verstecken, wenn sie sich in die Umgebung einpassen.

Andere engagierte Einrichtungen um diese Gärten erhalten ein ähnliches Schreiben. Auch die bei­den Gastronomen des Barockhäusle tragen zum Erfolg des Gartens bei. Doch leider finde ich die Parkplätze vor dem Haus Nr. 47 sehr unpassend. Der Durchgang von der Johannisstraße ist durch den Wein im Innenhof sehr zugewachsen. Damit hat Frau Kiderlin auch so ihren Kummer.

Was mich sehr verwundert, ist die schwache Bereitschaft aller Läden und Gaststätten im Umkreis der Verkehrsinsel St. Johannis ihren Beitrag und Engagement für diesen wertvollen Flecken zu leisten. Souvenirs gibt es kaum.

Für das Gartenbauamt hätte ich noch etwas. In der Regel hören die Altstadt-Spaziergänge am Jo­hannisfriedhof auf. Die Pegnitz-Auen in unmittelbarer Nähe sind vor allem für Touristen eine willkommene Abkühlung.

Gibt es denn auch die Möglichkeit, dass das Stadtteilzentrum „Vischers Kulturladen“ Kurse für Gartengestaltung anbietet? Das Erlernte könnten die Teilnehmer dann im Hesperidengarten umset­zen. Ein Kurs-Referent müsste noch gefunden werden.

 

 

 

Mit freundlichen nachbarschaftlichen Grüßen

 

Jörg Hempel

 

 

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