Hoffmanns Passionen in Selzach



www.sommeroper.ch



Besuchte Vorstellung 2. August 2012 (Premiere)








Regie


Thomas Dietrich

Dirigent


Bruno Leuschner

Chorleitung


Valentin Vassilev

Ausstattung


Oskar Fluri

Version


Eigenbearbeitung, basierend auf der Fassung Gustav F. Kogels

Sprache


Deutsch




Hoffmann


Raimund Wiederkehr

Muse


Astrid Frédérique Pfarrer

Olympia und Antonia


Anne-Florence Marbot

Giulietta


Eveline Inès Bill

Coppelius


Nikolaus Meer

Dapertutto und Mirakel


Michael Mrosek

Auf Youtube kann man mehrere Ausschnitte aus der Selzacher Inszenierung ansehen

(1) (2) (3)






Der rauschende Bach hinter dem Passionsspielhaus


Fazit Selzach: Eine nach den besonderen Anforderungen einer Festspielinszenierung selbst erarbeitete Guiraud-Choudens-Version dieser Oper an einem ungewöhnlichen Ort. Geboten wurde ein gut verstandener und richtig interpretierter Hoffmann auf professionellem Niveau mit eigenen Akzenten und einigen überraschenden Regieeinfällen. Orchester und Gesang ließen keine Wünsche offen. Großes Kompliment an das Bühnenbild, das sowohl vom ästhetischen wie auch vom funktionalen Aspekt eines der besten war, das ich je gesehen habe. Hoffmanns Abenteuer wurden verständlich und nachvollziehbar dem Publikum präsentiert, wobei der Regisseur einen guten Mittelweg fand, ohne lehrerhaft zu wirken. Erfreulich die völlige Abwesenheit von werksfremden Bizarrerien.

Auch der Rahmen der Oper war perfekt organisiert, und das in keiner kulturverwöhnten Großstadt, sondern in einer Schweizer Kleinstadt in den Tälern und Schluchten des Jura. Als Münchner kann ich nur bedauernd konstatieren: Hätte doch die Staatsoper München Thomas Dietrich mit der Inszenierung ihres »Hoffmann« betraut.


Selzach liegt in der Nähe der Stadt Solothurn, 70 km südlich von Basel am Rande der deutschsprachigen Schweiz. Rundherum grüßen hohe Berge. In Selzach, direkt neben einem rauschenden Bach steht ein hölzernes Festpielhaus, in dem sonst Passionen anderer Art aufgeführt werden. Diesmal waren die Passionen eines gewissen Hoffmann an der Reihe, und zwar im doppelten Wortsinn.






Seit Jahren findet dort eine Sommeroper statt, und zwar jedes Jahr eine andere. Diesmal war es Jacques Offenbachs »Hoffmann«. Und das wurde auch Zeit in dieser Gegend. Seit 25 Jahren hat das Theater Basel keine Contes mehr inszeniert. Nun ging die Sommeroper Selzach mit gutem Beispiel voran.

Dort gibt es einen rührigen Verein, die Freunde der Sommeroper Selzach, denen wir dieses Ereignis zu verdanken haben.


Für Mitglieder des Vereins und Förderer fand eine festliche Saisoneröffnung statt. Dafür hatte man ein Zelt vor das Passionsspielhaus gestellt, in dem es Häppchen und Wein gab, alles auf dem hohen Niveau der Schweizer Gastronomie. Und dann schon die erste Überraschung: es gab einen roten und einen weißen Wein, deren Etiketten speziell für dieses Ereignis gestaltet waren. Der Wein hieß Giulietta, und besonders der Rote war von ausgezeichneter Qualität mit feinem Barrique-Geschmack. Auch der Weiße war gut. Förderer und geladene Gäste wurden außerdem mit einem Glas Prosecco begrüßt. Das war schon mal ein freundlicher Empfang für einen krisengeplagten Bewohner der verarmenden Eurozone, der miterleben musste, dass der Wert seines Geldes gegenüber dem Schweizer Franken seit den achtziger Jahren dank Kohl´scher Euro-Euphorie um mehr als die Hälfte gesunken war und ein mit dem Euro gestrafter Schweiz-Besucher angesichts der utopischen Preise von mitgebrachten Butterbroten leben und nun monatelang die Hotelrechnung abstottern muss.


Zwei große Teller mit Hustenbonbons der bekannten Schweizer Marke (reimt sich auf Nicola) standen im Zelt. Eine gute Idee, denn immer wieder gibt es Besucher, die glauben ihren Husten in der Oper statt beim HNO-Arzt kurieren zu können.

Solchermaßen leiblich gestärkt lauschte ich den einführenden Worten des Vereinspräsidenten und des Regisseurs, der schon mehrere Opern in Selzach inszeniert hatte.


Das Innere des Passionsspielhauses


Das Signal zum Beginn


Dann ging es ins Passionsspielhaus, einen schmucklosen Holzbau, in dem man auf Holzbänken sitzt, auf die man Polster gelegt hatte. Ob diese Polster auch bei Passionsspielen aufgelegt werden, konnte ich nicht in Erfahrung bringen.

100 Jahre werden dort schon Passionen aufgeführt, und seit 20 Jahren Opern.

Die Truppe von über 200 Leuten war natürlich ad hoc zusammengestellt. Die Musiker kamen hauptsächlich von den Theatern Bern und Biel, Chorsänger kamen aus der Region, und die Solisten zum Teil von weit her. Zwei Kontrabässe und vier Celli fanden isch im Orchester.


Ohne freiwillige Mitarbeit von Ortsbewohnern und Sponsoren aus der Umgebung wäre ein solches Unternehmen natürlich nicht dankbar. Auch das Kernkraftwerk von Däniken spendete. Örtliche Ärzte übernahmen die eventuelle Notfallversorgung, doch ich kann gleich vorausschicken, dass niemand ob des Bühnengeschehens in Ohnmacht fiel.

Seit November 2011 übte der Chor, und die Ausstattung wurde viele Monate lang zusammengebastelt. Zwölf Aufführungen sind angesetzt.

Das Haus war fast voll mit nur ganz wenigen freien Plätzen.

Schön dramatisch und maestoso kamen die Auftakte. Das freut einen doch schon mal gleich. Und so gut, wie es angefangen hatte, spielte das Orchester den ganzen Abend weiter.


Eine betrunkene Frau wälzte sich auf die Bühne. Das konnte nur die Muse sein. Naja, ihre ersten Worte sind ja, dass die Wahrheit aus einem Fass kommt. Dort hatte sie wohl nach derselben gesucht und ist dabei wie so manch anderer auf Abwege gekommen.

Mit wunderschönem Gesang stellte sie sich vor, und schon gab es den ersten Applaus. Ein perfekter Auftakt für einen gelungenen Abend. Dann erklärte sie die Situation: Heute muss Hoffmann wählen zwischen Stella und mir. Er muss mein sein!

Um dieses Ziel zu erreichen war ihr jedes Mittel recht, auch ein magischer Ring, der sich fortan durch die Oper zog wie ein Running gag.


Hoffmanns Freunde *


Dann betraten Hoffmanns Freunde die Bühne, die meisten angetan im Wichs der auch in der Schweiz aktiven schlagenden Studentenverbindungen. Auch ein veritabler Fuchsmajor war dabei. Die Damen des Chores waren im saloppen Stil der 20er Jahre gekleidet.

Hoffmann trug eine rote Samtjacke und erinnerte von seiner Haartracht her an einen der Heilande, die sonst die Bühne dieses Festspielhauses bevölkern.

Hoffmann agierte gut zum Klein-Zach, aber noch lebhafter tat das der Chor. Viele nette kleine Details erfreuten den Zuschauer. So wirkte Hoffmann immer entrückter, nachdem er zur Stella übergegangen war. Dann ging einer seiner Freunde auf ihn zu, packte ihm derb an der Schulter und rüttelte ihn zurück in die Wirklichkeit.

Kräftiger Applaus für diesen seelenvoll vorgetragenen Klein-Zach.



Damit ich es nicht vergesse: Lindorf trat nicht auf, also auch kein Diebstahl des Briefes und kein gegenseitiges Anfiesen der beiden Rivalen. Hört, Ihr Regisseure, die Ihr das Vorspiel in Lutters Taverne auf weit über eine halbe Stunde ausdehnen zu müssen glaubt! In Selzach kam man mit gut 20 Minuten aus.

Die Muse wurde als Frau Nicola von Weissenstein vorgestellt, der die Rolle der Weltklugheit übertragen wurde. Dazu muss man wissen, dass der Weissenstein ein benachbarter Berg ist, und schließlich kommt die Muse ja vom Olymp herab. Hier war es nun der Solothurner Olymp. Die Muse blieb durchgehend Frau, also keine lächerlichen angeklebten Schnurrbärte und anderen Parafernalien. Im Programmheft ist sie als Mäzenin bezeichnet. Ob sich dahinter eine Förderin der Sommeroper verbirgt?

Dann beschlossen Hoffmanns Freunde, auf den zweiten Akt des Don Giovanni zu verzichten und stattdessen Hoffmanns Erzählungen zu lauschen. Zur Einstimmung wurde ein Salamander gerieben.


Hoffmann und Muse *


Frau Nicola von Weissenstein war die dominierende Gestalt auf der Bühne. Sie inszenierte sozusagen Hoffmanns Erzählungen. Aus dem Chor bestimmte sie eine Olympia, einen Spalanzani, einen Coppelius usw. Da der Letztere die Magie verkörperte, bekam er von der Muse den magischen Ring mit der Bemerkung: Möge die Macht mit dir sein! Aha, da hatte jemand die Weltraumschnulze Star Wars noch nicht vergessen. (May the Force be with you im englischen Original)


Dann kam etwas Neues, das mir gefiel ich und anderen Regisseuren zur Nachahmung empfehle, wenn der Selzacher Regisseur das erlaubt. Hoffmann setzte sich vorne an die Bühne und las aus seinen Erzählungen, nämlich den Originaltext von E.T.A. Hoffmann, den man in die Ich-Form transponiert hatte. Das war eine ausgezeichnete Idee. Hoffmann wird nämlich nicht immer als Dichter gezeichnet. Oft schreibt er etwas, aber dass er aus seinen eigenen Geschichten liest, hatte ich noch nicht gesehen. Dieses Lesen überbrückte die Umbaupause höchst passend. Wenn der Umbau fertig war, fing das Orchester an zu spielen, und Hoffmann klappte sein Buch zu und begab sich in seine Erzählung. Hier hatte sich jemand kreative Gedanken gemacht.

Spalanzanis Werkstatt war als Hörsaal im Stil eines anatomischen Instituts gestaltet. Hoffmann kommt als Student zu ihm. Cochenille war als Hotelpage gekleidet.


Cochenille, Spalanzani und Olympia *


Coppelius kam mit einem großen Koffer herein, auf dem Coppelius – Optiker stand. Mit einem gewaltigen Bass-Bariton stellte er sich vor. Frau Nicola alias Niklaus probierte schon mal ein paar Brillen aus. Als Hoffmann seine Olympia durch die Zauberbrille erblickt hatte, erflackerte die Bühne in magischem Licht.

Der Chor war wiederum gut inszeniert, kein statisches Gesinge. Olympia kam aus dem Untergrund hochgefahren. Sie war in ein fantastisches Püppchenkostüm mit Ballettröckchen gekleidet. Spitze Schreie des Entzückens entfleuchten Spalanzanis weiblichen Gästen.

Mit einem strahlenden Koloratursopran stellte sie sich vor. Als sie schwächelte, wurde sie mit einem übergroßen Spielzeugschlüssel aufgezogen. Beim zweiten Schwächeln wurde sie auf einen Stuhl gesetzt und elektrisch aufgeladen. Jubel und langanhaltender Applaus belohnten ihre Arie.


Immer wieder erfreute mich die Detailverliebtheit dieser Isnzenierung. Als Nicola dem Hoffmann zu vermitteln versuchte, dass Olympia ja gar nicht lebt, nahm sie ihm dazu die magische Brille ab. So gehört sich eine zuschauerorientierte Regiearbeit.



Olympia, das heißt natürlich eine gleich aussehende Puppe, wurde auf der Bühne vom erzürnten Coppelius zerstört, und Hoffmann wurde kräftig verlacht. Ihm blieb nur der Kopf der Olympia. Kräftiger Applaus für diesen Akt.


Dapertutto *


Hoffmann und Nicola saßen wieder vorne an der Bühne, und dann erklang der vorweggenommene ernüchternde Bläserchor aus dem Finale. Hoffmann sollte wohl aus seiner Fantasiewelt auf die Erde zurückgeholt werden. Gar nicht dumm, dieser Einfall. Außerdem wurde so der Bühnenumbau überbrückt.


Nicola von Weissenstein verteilte die Rollen neu, und der magische Ring ging an Dapertutto, denn man hatte in Selzach die Reihenfolge Olympia – Giulietta – Antonia gewählt. Spalanzani wurde zu Schlemihl. Dann erklärte sie die Situation. Das sollte man öfter tun, denn selbst wenn deutsch gesungen wird, versteht man nicht alles. Einige wenige Theater projizieren statt laufenden Übertiteln eine Zusammenfassung der jeweiligen Bühnenhandlung.


Dann las Hoffmann wieder aus seinen Geschichten, und der Vorhang ging auf. Ein prächtiges Bühnenbild bot sich dem Zuschauer. Dargestellt war der Palast des Dapertutto. An venezianisch geschmückten Gondelstangen gab es allerlei erotische Tänze zu sehen. Giulietta trug ein feuerrotes hautenges Kleid. Nicola und Giulietta sangen die Barkarole auf einer stilisierten Gondel und standen nahe zusammen, was den Hörgenuss förderte. Sie hätten sich vielleicht stimmlich etwas mehr verausgaben sollen und singen, was Zwerchfell und Stimmbänder hergeben, denn hier haben wir ja die populärste Nummer dieser Oper. So gab es leider keinen Applaus für dieses durchaus schön und erotisch gesungene Gondellied.


Oben stand Dapertutto, der mir sehr bekannt vorkam. Es war der gleiche wie in Koblenz, der dort wie hier mit gewaltiger kultivierter Stimme und perfekter Darstellungskunst brillierte. Hier durfte er die eigentlich werksfremde Spiegelarie singen, die beim Publikum immer gut ankommt und in Selzach mit Jubel quittiert wurde. Natürlich hatte er jetzt den magischen Ring.



Dann gab es eine Pause mitten im Giulietta-Akt. Das Ende der Pause wurde wie in Bayreuth von einem Bläserchor verkündet. Als sich der Vorhang wieder öffnete, hatte man die Bühne erneut umgebaut. Ein stilisierter Rialto stand links, davor eine Botticelli-Muschel, hinter der sich das kreisrunde Lotterbett Giuliettas öffnete. Giulietta bekam den magischen Ring von Dapertutto, denn sie musste ja den Hoffmann bezirzen. Dann erklang das Sextett, das eigentlich auch nicht zum Offenbach´schen »Hoffmann« gehört, aber gut klingt.


Es gab mal wieder ein richtiges ausgedehntes Degenduell Hoffmann – Schlemihl. Dann musste die feurig-dramatische Giulietta den erst zögernden Hoffmann in ihre Lasterhöhle locken, hinter der sich ein Spiegel befand. Doch der magische Ring tat seine Wirkung, und Hoffmann erlag Giuliettas Verführungskünsten. Der Spiegel verfinsterte und verzerrte sich, und Giulietta hatte gewonnen. Verzweifelt suchte Hoffmann sein Spiegelbild in einem Wasserbecken.




Krespel unter dem Gemälde seiner Frau *


Die Umbaupause zum Antonia-Akt wurde wieder durch Hoffmanns Verlesungen überbrückt. Als sich der Vorhang öffnete, blickte ich auf eines der ästhetisch schönsten Bühnenbilder aller »Hoffmänner« . Ein perfekt dem Jugendstil nachempfunderer Bogen umrahmte Krespels und Antonias Gemach. Ein großes Gemälde der Mutter, ebenfalls im Jugend-Stil, hing auf der Bühne. Darunter eine Art Grotte.


Antonia bekam Applaus für ihr Auftrittslied. Dann kam mal wieder ein Franz, dem man eine abenteuerliche Haartolle verpasst hatte. Korrekterweise beklagte er seinen Mangel an (Gesangs-)Technik. Mir kommt diese Figur ja immer wie ein Fremdkörper in diesem Akt vor, der mit der Handlung nichts zu tun hat, aber das Publikum hat sich wohl so an ihn gewöhnt wie an die Spiegel-Arie.


Für die schön gesungenen Liebesduette Hoffmann-Antonia gab es den verdienten Applaus. Mirakel trat als dandyhafter Modearzt mit Fliege und weißen Gamaschen auf. Die Auseinandersetzung Krespel – Mirakel wurde gut dargestellt, schön gesungen und mit Applaus belohnt.


Antonia und Mutter **


Mit seinem magischen Ring beschwor Mirakel die Mutter herauf, die Antonia sehr ähnlich sah. Die Mutter sang aus ihrem Gemälde heraus. Vier dunkle Gestalten drehten die Höhle, und die Mutter stieg herab. .


Schön wurde das Terzett Antonia – Mutter – Mirakle gesungen. Erfreulicherweise ließ der Dirigent das Publikum applaudieren. Krespel beschuldigte Hoffmann, für den Tod Antonias verantwortlich zu sein und ging mit dem Messer auf ihn los, doch Nicola rettete ihn. Und wieder Applaus für diesen Akt.


Beim Finale lag Hoffmann betrunken am Boden, und seine Freunde verließen die Bühne. Doch die Muse erweckte ihn mit einem ergreifenden Abgesang wieder zum Leben: Die Glut in deinem Herz … Dann hob sich der Vorhang, und alle Hauptpersonen standen auf der Bühne. Mit dem magischen Ring brachte sie Hoffmann wieder zu sich. Trotz der an sich mageren Guiraud-Choudens-Version war das ein eindrucksvolles Finale.


Spontaner Jubel erklang, noch bevor der letzte Ton verklungen war, und schon nach einer Minute stand das Publikum, und es wurde getrampelt und rhythmisch geklatscht. Zahlreiche Bravo- (und einige wenige linguistisch korrekte Brava-)Rufe für die Solisten, auch das Regieteam wurde mit Bravo-Rufen bedacht. Zehn Minuten dauerte der Applaus, was deutlich über dem Durchschnitt liegt. Und da sage mal noch jemand, die Schweizer seien langsam und gehen selten aus sich heraus. In Selzach erlebte ich mit die applausfreudigsten Zuschauer.

Alle Rechte an den obigen Szenenfotos liegen bei der Sommeroper Selzach und bei den Fotografen.Paul Georg Meister* und Christian Wolfensberger**. Wir danken für die freundliche Zusammenarbeit.


Schlussapplaus mit Regieteam


Zu loben ist auch das reich bebilderte Programmheft, für das der progressive Schweizer Schriftsteller Peter Bichsel ein Vorwort schrieb. Peter Bichsel lebt in der Nähe von Selzach.


Am Tage der Premiere hatte die Schweiz noch keine Medaille bei den Olympischen Spielen gewonnen, und die Nation trauerte. Heute, als ich dies schreibe, hat die Schweiz schon zwei Medaillen errungen. Für diesen lebhaften, intelligenten, einfallsreichen und gelungenen »Hoffmann« hätte sich sonst dem Schweizer »Hoffmann«-Team mit Freude eine Medaille verliehen.


Dann schloss sich eine Premierenfeier an, die für alle zugänglich war (das als Anregung für die österreichischen Nachbarn der Schweizer gedacht), auf der man den guten Giulietta-Weinen und dem guten Schweizer Essen zusprechen konnte. Leider musste ich schon bald nach Mitternacht gehen, denn der letzte Zug in die benachbarte Kleinstadt ging um halb Eins. Leider wurde mein Nachtschlaf um sechs Uhr morgens durch ein fünf Minuten dauerndes Geläute der katholischen Kirche gestört, obwohl dort gar kein Gottesdienst stattfand. Kaum war ich wieder eingeschlafen, meldete sich der reformierte Kollege in ähnlicher Lautstärke.



Bilder von der Premierenfeier


Bühnenbildner



Der ausgezeichnete Giulietta-Wein



Muse und Coppelius/Krespel


Auf den Wegweisern links oben steht Berlin - Venedig



Hoffmann und Regisseur



Widersacher mit Familie










Startseite