Diskussionsthemen
Da diese unvollendete Oper auf viele verschiedene Weisen interpretiert werden kann und auch interpretiert wird, soll hier zu einzelnen Aspekten Stellung genommen werden können.
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I. Musikalisch
a) Gestaltung der Auftaktsakkorde: Wie schnell darf man maestoso spielen?
Dazu die Stellungnahme des Dirigenten der Lüneburger Inszenierung der Saison 2010/2011, Urs-Michael Theus.
b) Pikkolo-Flöte in der Barcarole? Wie schmalzig soll die Barcarole begleitet werden?
Dazu die Stellungnahme des Dirigenten der Lüneburger Inszenierung der Saison 2010/2011, Urs-Michael Theus.
c) Soll der Dirigent das Publikum frei applaudieren lassen oder in den Applaus hinein spielen, wenn die Dramatik das erfordert, z.B. nach dem Terzett Mutter – Antonia – Mirakel?
d) Soll die Geigen-Arie im Antonia-Akt gestrichen oder gekürzt werden?
e) Sind Spiegel-Arie und Sextett im Giulietta-Akt notwendig bzw. angebracht?
f) Welche Art Tenor eignet sich für die Rolle des Hoffmann?
II. Interpretation der Charaktere
a) Von der Schwierigkeit, der Gestalt des Hoffmann deutliche Charakterzüge zu verleihen:
Ist Hoffmann mehr als ein Trunkenbold (Detmold) oder sex-geiler Schürzenjäger (Genf)? Ist er ein jovialer Grandseigneur oder ein Verlierertyp?
b) Wie automatenhaft hat Olympia zu sein?
c) Ist Spalanzani ein spinnerter Daniel Düsentrieb oder ein gerissener Gauner?
d) Ist Antonia (20) ein willenloses Opfer Mirakels, eine karrieregeile Sängerin oder ein leicht beeinflussbares Mädchen?
e) Wie dämonisch hat der Widersacher zu sein, oder ist er ein Mensch aus dem wirklichen Leben?
f) Hat Giulietta auch menschliche Züge? Ist sie ein willenloses Werkzeug Dapertuttos? Wie erotisch hat sie zu sein?
g) Soll erwähnt werden, dass der Bankier Elias Jude ist? Sollen Bezüge zur gegenwärtigen Bankenwelt hergestellt werden?
h) War Harry Kupfers Idee, die Muse von einem Mann spielen zu lassen, ein Irrweg?
III. Inszenatorisch
a) Reihenfolge der Akte Olympia – Antonia – Giulietta oder Olympia – Giulietta – Antonia
b) Welchen Sinn macht eine Kollaboration Muse/Niklaus mit dem Widersacher?
c) Ist die Figur des Franz überflüssig?
d) Soll Hoffmann am Schluss der Oper sterben, Selbstmord begehen, verrückt werden oder im Suff enden?
e) Ist der Widersacher nur ein symbolischer Agent von Hoffmanns dunkler Seite?
f) Wie ausführlich soll der Prolog oder 1. Akt auf die Bühne gebracht werden?
g) Von der Schwierigkeit, den Verlust des Spiegelbildes szenisch darzustellen
h) Von der Schwierigkeit, diese Oper in unsere Zeit zu versetzen. Gelungene Versuche von Walter Felsenstein und Thilo Reinhardt (beide Berlin)
i) Wie fantastisch hat das Bühnenbild zu sein?
IV. Versionen Guiraud/Choudens, Oeser oder Kaye-Keck