Bahnen in Bonn
Ideen für die Zukunft
Hardtbergbahn und Mobilitätspakt – Diskussion 2001:
Ende 2000 beschlossen SPD und CDU in Bonn ein gemeinsames Vorgehen in Bezug auf den Bau der Hardtberglinie als Teil eines "Mobilitätspaktes". Der Kompromiß sieht vor, daß die Linie in der Innenstadt und bis zur Endenicher Allee unterirdisch geführt wird. Der Tunnel soll zusammen mit den existierenden Linien 61 und 62 genutzt werden und einen Abzweig Richtung Bonner Talweg / Dottendorf erhalten. Es ist unverändert geplant, die Hardtberglinie mit Niederflurwagen zu befahren. Dazu müßten die mittleren beiden Bahnsteige der U-Bahnstation Hauptbahnhof wieder abgesenkt werden.
In der Ausgabe 1/01 der Zeitschrift nachrichtenblatt (Information zur Verkehrspolitik im Rheinland / siehe Literaturliste) sind verschiedene Stimmen zu dieser Planung abgedruckt:
Hardtbergbahn und Bahnhofsbereich – Diskussion 2005 / 2006:
Im Herbst 2005 richtet die Stadt Bonn eine Bürgerwerkstatt zum Bahnhofsbereich ein. Dort werden in verschiedenen Veranstaltungen Vorschläge zur Umgestaltung des Bereichs um den Hauptbahnhof erarbeitet. Vorher waren mehrere Ansätze einer Neubebauung des Bahnhofvorplatzes an Interessenkonflikten zwischen Bürgern, Politik und potentiellen Investoren gescheitert.
Die im Dezember 2005 veröffentlichten Bewertungen von Verkehrsvorhaben im Rahmen der Integrierten Verkehrsplanung NRW haben Anfang 2006 zur Folge, daß das Thema Hardtbergbahn wieder in die fernere Zukunft gerückt wird (Zeitungsbericht). Dabei spielt allerdings auch eine Rolle, daß man nicht weiß, ob und wie wie die Stadt Bonn ihren Finanzierungsanteil der angestrebten Tunnellösung erbringen kann.
Der angesprochene Themenbereich wird im Januar 2006 auch im Usenet diskutiert (Diskussion via google). Die Realisierungsprobleme der Hardtbergbahnen führen zu der Idee, doch noch einmal eine oberirdische Lösung zu entwickeln, diese aber in den kritischen Bereichen Quantiusstraße und Colmantstraße möglichst verträglich zu gestalten.
Das resultierende Konzept besteht aus folgenden Elementen:
Im folgenden einige Grafiken zu diesem Thema in die auch die Diskussion zum Bahnhofsbereich in der Bürgerwerkstatt eingeflossen sind (vergrößerte Version durch Anklicken / Erläuterung siehe unten).
Skizze 1: Lösungsvorschlag bei bestehender Südüberbauung
Skizze 2: Lösungsvorschlag ohne Südüberbauung
Erläuterung zu den Grafiken:
Der schwächere Hintergrundfarbe zeigt den Bestand. In schwarz veränderte Straßenverläufe und -begrenzungen. In rot Gleise der Hardtbergbahn. In blau die in einen Fuß- und Radweg umgewandelte Nordunterführung – mit einem Tunnel zum Zwischengeschoß der Stadtbahnstation (weitere Treppenaufgänge sind denkbar). In braun ist eine veränderte ZOB-Lage skizziert – mit einer danebenliegenden Straßenbahnhaltestelle (evtl. Mittelbahnsteig). Bei der Variante mit Südüberbauung gibt es ein Wendegleis neben der Rampe der Südunterführung.
Bei der Variante ohne Südüberbauung rückt die Straße etwas vom Gebäude des Hauptbahnhofs weg (breiterer Fußweg). Die Straßenbahn liegt auf eigenem Gleiskörper in Seitenlage. Straßenbahn-Haltestelle und ZOB sind etwas gestreckter. Die Straßenbahn-Haltestelle ist dreigleisig wobei das mittlere Gleis u.a. zum Wenden von Bahnen aus beiden Richtungen genutzt werden kann.
Ein Kombination der Skizze des Untergeschoss (nur GE) und des Plans ohne
Südüberbauung (GE + GM) als Overlay für Google Earth
/ Google Maps:
Da die Overlays auf anderen Quellen basieren, ist eine exakte Deckung mit den
Satellitenbildern nicht möglich.
Planungsüberlegungen Hauptbahnhof 2007:
Im März 2007 stellte ein Berater der Firma VSU "erste, noch nicht abgeschlossene Planungsüberlegungen" unter anderem für den Bereich des Zentralen Omnibusbahnhofs (ZOB) vor. Die Präsentation findet bei der Stadt Bonn auf einer Webseite zu Verkehrsplanungen im Bereich des Bonner Hauptbahnhofes.
An den Vorschlägen der Firma VSU zur zukünftigen Gestaltung der Bus- und Straßenbahnhaltestellen am Hauptbahnhof wirkt störend, daß im Haltenstellenbereich eine Fahrspur für den motorisierten Individualverkehr (MIV) liegen soll. Mehrere Haltestellen sind nur durch Überqueren dieser Autospur zu erreichen. Das ist zum einen für die betroffenen Fahrgäste zeitraubend und nicht ungefährlich, zum anderen hat es wegen der Berücksichtigung entsprechend langer Umsteigezeiten auch für das Gesamtsystem Öffentlicher Nahverkehr negative Auswirkungen. Es ist zu befürchten, daß eine solche Lösung in späteren Jahren als weitere Planungssünde interpretiert wird. Wer eine attraktive zentrale Haltestelle für Bus und Bahn will, sollte auf so etwas verzichten.
Allerdings sind die Platzverhältnisse durch die vorhandene Südüberbauung so eingeschränkt, daß eine attraktive Lösung kaum realisierbar ist. Ein Vorschlag, wie die MIV-Spur im Haltestellenbereich vermieden werden kann, zeigt die nächste Skizze. Auch hierbei muß man diesen Vorteil durch Nachteile an anderen Stellen (Haltestellenzahl, Platzfläche) erkaufen. Eine Entscheidung will daher gut abgewogen sein.
Die folgende Skizze basiert auf dem Vorschlag der Firma VSU, wie er in der Präsentation (PDF-Datei / 2,5 Megabyte) auf Seite 28 dargestellt wird. Modifiziert ist zunächst die Lage der MIV-Spur, die an den Nordrand des ZOB verlagert wurde. Der Wegfall Haltestellen A1 bis A5 wird durch eine Teilung der großen Mittelinsel kompensiert. Zusätzlich wurde wie oben erläutert ein Wendegleis für die Straßenbahn neben der Rampe der Südunterführung eingezeichnet.
Ergänzung Ramersdorf / Oberkassel Anfang 2010:
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Subject: [BBBonn] Bahnen in Bonn - Zukunftsvision
From: Edmund Lauterbach
To: BBBonn@yahoogroups.de
Date: Sun, 31 Jan 2010 13:00:16 +0100
Hallo,
ich pflege ja seit langen auf meinen Webseiten "Bahnen in Bonn" auch
eine Zukunftsvision. Auch wenn die Zeiten momentan gar nicht so
aussehen, als ob sich irgendwann etwas Vergleichbares abzeichnen könnte,
habe ich mal wieder damit etwas herumgespielt. Vielleicht beflügelt
etwas Kreativität auch die Diskussionfreudigkeit auf dieser
Mailingliste. ;-)
Auslöser war dieses Mal die unbefriedigende Tatsache, dass der
Mischbetrieb von Niederflur-Straßenbahnen und Hochflur-Stadtbahnen im
Netz an einigen Stellen einen barrierefreien Zugang unmöglich macht, und
sich auch auf konventielle Weise dafür nicht so einfach eine Lösung
finden läßt. Seitdem mein Vater im Rollstuhl sitzt, bin ich für solche
Frage vielleicht etwas stärker sensibilisiert.
Bei den auf http://www.myway.de/e.lauterbach/bonn/index2.html
vorgestellten "Ideen für die Zukunft" hatte ich die Mischnutzung schon
minimiert. Aber gerade bei dem Netzvorschlag mit höherem
Niederfluranteil (Modell B) bleibt als schwer auflösbarer Konfliktpunkt
Ramersdorf. (bitte beachten, dass die beiden Modelle von 2001 stammen)
Gut - in Ramerdorf gibt es drei Gleise, mit denen man zwei Richtungen
Hochflur und zwei Richtungen Niederflur abdecken will. Der Konflikt ist
klar. Bei der Sperrung der Kennedybrücke zeigten sich zudem mal wieder
die Mühen des Übereck-Umsteigens. Für jemanden, der da selten
vorbeikommt, ist die Station zudem sehr unübersichtlich.
Konfliktlösungsvorschlag: Der Bahnsteig Richtung Konrad-Adenauer-Brücke
wird auf Hochflur umgebaut, für Niederflurfahrzeuge bleibt nur ein
Gleis.
Nein, die Bahnen sollen da nicht in beide Richtungen abfahren. Die
andere Richtung (stadteinwärts) wird zurück an die Oberfläche geholt.
Ein ketzerischer Vorschlag. Aber die genannte Zukunftsvision besteht
eigentlich nur aus ketzerischen Vorschlägen.
Bei dem mit B bezeichneten Zukunftsmodell gibt es Niederflurlinien mit
Endpunkt Bf Oberkassel. Das habe ich jetzt modifiziert. 2001 waren
T-Mobile und Bonner Bogen noch nicht so sehr im Vordergrund.
Jetzt gibt es eine mit '64' bezeichnete Linie, die von Küdinghoven
kommend, in den Ramersdorfer Tunnel fährt. Nach dem Tunnelausgang biegt
sie in Oberkassel in die Straße "Am Weitgarten" ein, kreuzt die
Königswinterer Straße und höhenfrei die DB-Gleise (schwierig, ich weiß).
Ein Haltpunkt bietet Umsteigemöglichkeit via eines neuen Nordzugangs zum
DB-Bahnsteig. Dann geht es rechts herum nach Norden zur
Josepf-Schumpeter-Allee im Bonner Bogen. Hier ist Endhaltestelle.
Stadteinwärts geht es weiter zum Landgrabenweg, diesen rechts nach
Ramersdorf (irgendwie durch den Kreisel), dort oberirdischer Halt. Unter
der Autobahnbrücke hindurch wird auf der alten oberirdischen Trasse der
Halt Schießbergweg erreicht.
Eine weitere Linie - '63' - endet im ursprünglichen Modell B noch in
Beuel Süd. Diese wird nun über den Landgrabenweg an T-Mobile vorbei
geführt. An der Kreuzung Joseph-Schumpeter-Allee / Landgrabenweg wird
die eingleisige Schleifer der 64 erreicht und in derselben Richtung
mitbenutzt. Endhaltstelle ist ein neues Wartegleis an der alten
oberirdischen Trasse Höhe Rastenweg. Hier braucht man eine neue Kurve,
um von dort in den Tunnel zu fahren.
Wie gesagt, die gesamte Schleife wird von den Nf-Straßenbahnen
eingleisig befahren. Ausweichgleise an den Endhaltestellen Rastenweg und
Joseph-Schumpeter-Allee / Rheinwerkallee, sowie in Ramersdorf
oberirdisch (man weiß ja nie). Entlang der Joseph-Schumpeter-Allee
zwischen Landgrabenweg und Rheinwerkallee evtl. auch komplett
doppelgleisig, um bei erhöhten Bedarf den Bonner Bogen auch ohne die
Schleife über Oberkassel zu erreichen. Das nördliche Ausfahrtgleis aus
dem Ramersdorfer Tunnel bleibt für Betriebszwecke bestehen. Ein Weiche
(gibt es die vielleicht schon?) würde Stichfahrten von Norden zum
Niederflurbahnsteig und zurück nach Norden erlauben (man weiß ja nie).
Anzuschauen ist das alles in Google Earth oder Google Maps (auf die
Logos auf http://www.myway.de/e.lauterbach/bonn/index2.html klicken).
Natürlich ist das alles zunächst mal Spinnerei (oder vielleicht eher
Spielerei). Aber nur mit Kreativität kommt man überhaupt weiter. Die
Idee, ein Richtung in Ramersdorf oberirdisch abzuwickeln, ist von
anderen Komponenten zunächst mal unabhängig. Weitergehend wäre, den
gesamten Nf-Betrieb dort an die Oberfläche zu holen (und dann z.B.
weiter zweigleisig über Landgrabenweg und Bonner Bogen zu einer
rheinseitigen Endstelle am Nordkopf des Bf Oberkassel).
Also - anschauen und ggf. diskutieren (Zeit dazu ist genug - ich rechne
nicht mit baldigem Baubeginn ;-)). Viel Spaß.
Schönen Gruß,
Edmund Lauterbach
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Hier die auch bei der Google-Earth-Darstellung eingebettete, rein manuell
erstellte Gleisskizze:
Die Skizze ist nicht nach Norden ausgerichtet. Rechts unten der Bahnhof Oberkassel, oben Mitte
in blau die unterirdische Stadtbahnstation Ramersdorf.
Und hier noch einmal die Links zur grafischen Darstellung des Gesamtnetzes als Icons:
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Bahnen in Bonn – Ein Ausflug in die Historie
Zuletzt geändert am 1.8.2010 / © Edmund Lauterbach – Impressum / Kontakt