Deutsch-Tschechische Touren 2016

Die beiden letzten Wochenenden im August 2016 führten mich jeweils für vier Tage in deutsch-tschechische Grenzregion. Beide Male ging es freitags los und montags wieder nach Hause. Die Terminwahl war bestimmt durch Bahnstrecken, die nur an Wochenende oder nur an einzelnen Tagen befahren werden.


czech flag by google
Ins Erzgebirge
Erzgebirgische Aussichtsbahn und Schwarzenberg
Noch einmal durch das Zwönitztall
Über das Gebirge
Via Aš nach Oberfranken
Durch Tschechien nach Hause
[Seitenende]
[Tour 2: Ilztalbahn·Šumava·Mühlkreisbahn]

 

Chemnitz · Erzgebirge · Hof · Eisenstein

Ziele der ersten der beiden Touren waren:

  1. die Erzgebirgische Aussichtsbahn, die am Wochenende 20./21. August aus Anlass des Stadtfestes in Schwarzenberg Fahrten anbot,
  2. noch einmal den Abschnitt von Aue über Lößnitz und Zwönitz Richtung Chemnitz zu befahren, dessen Abbestellung bis Thalheim droht,
  3. die Bahnstrecke Cranzahl – Vejprty – Chomutov, wobei der Abschnitt Cranzahl – Vejprty nur an Wochenenden von der Erzgebirgsbahn befahren wird,
  4. die wieder eröffnete Bahnstrecke Aš – Selb,
  5. und einen Blick auf den umgestalteten Chemnitzer Hauptbahnhof zu werfen.
Einige der genannten Orte und Strecken hatte ich bereits einmal besucht, wie man Reiseberichten aus den Jahren 2000, 2002 und 2005 entnehmen kann.

Foto 133*199

Foto 133*199


Ins Erzgebirge
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Nach etwas Hin- und Her-Überlegen hatte ich mich für Übernachtungen in Annaberg-Buchholz und Hof entschieden. Und so beginnt meine Reise mit dem Alex von Freising nach Hof. Dort angekommen wird aber erst einmal nicht übernachtet sondern zügig, aber bahnsteiggleich umgestiegen. Dass man zur Weiterfahrt auf der Franken-Sachsen-Magistrale in einen elektrischen Triebwagenzug umsteigt, ist für mich ebenso eine Premiere, wie die Tatsache, dass es mit der Mitteldeutschen Regionalbahn weiter geht.

Nächste Station ist Chemnitz Hauptbahnhof und aufgrund des Umbaus für mich die nächste Premiere. Die halbstündige Umsteigepause nutze ich für ein paar Fotos vom neuen Straßen- und Stadtbahnteil des Bahnhofs. Von der Chemnitzer Citybahn sieht man gleich drei verschiedene Fahrzeuge: die bereits bekannten Variobahnen, ein Regioshuttle für reine Dieselstrecken, und den neuen Citylink als Zweisystemfahrzeug Diesel/Oberleitung.

Die nächste Etappe würde mich eigentlich mit der Erzgebirgsbahn direkt nach Annaberg-Buchholz führen. Aber heute gibt es eine Baustelle mit Busersatzverkehr von Zschopau bis Wolkenstein. Trotzdem komme ich ohne Problem am unteren Bahnhof in Annaberg an. Einen oberen Bahnhof gibt es leider nicht mehr. "Leider", weil die Altstadt und damit mein Hotel nicht "unten" sondern "oben" liegen. Es gibt zwar einen Stadtbus, aber dessen Haltestelle ist normalerweise schon ein Stück vom Bahnhof entfernt, und zur Zeit baustellenbedingt noch deutlich weiter weg.

Also gehe ich zu Fuß den Berg hinauf, komme am Marktplatz vorbei, und finde mein Hotel "Alt-Annaberg". Positive Überraschung dort: statt des gebuchten Einzelzimmers erhalte ich aufpreisfrei und ungefragt eine Zwei-Zimmer-Suite mit kleiner Küchenzeile. Auch ansonsten macht das Hotel einen positiven Eindruck.

Verschwitzt wie ich nach dem Anstieg zur Altstadt bin, führt an der Dusche kein Weg vorbei. Danach geht es via Marktplatz zur Annenkirche, neben der ich im Gasthaus "Zum Türmer" zu Abend esse.

 
Fahrplan 19.8.2016: ----+- an ---+- ab ---+---------
Unterschleißheim        |        |  10:47 | S      1
Freising                |  11:04 |  11:09 | ALX84106
Hof Hbf                 |  14:20 |  14:27 | RE 26983
Chemnitz Hbf            |  16:02 |  16:36 | RB 23725
Zschopau                |  17:08 |  17:11 | Bus  SEV
Wolkenstein             |  17:29 |  17:33 | RB 92025
Annaberg-Buchholz u.Bf  |  17:49 |        | 
------------------------+--------+--------+---------
Streckenlänge: ca. 495 km 

Fahrkarte: Statt des vom DB-Buchungssystem 
angebotenen Quer-durchs-Land-Tickets (44 Euro) 
erwerbe ich ein Sparpreis-Ticket für die Strecke 
Augsburg – Annaberg-Buchholz (ICE bis München) via 
Unterschleißheim (21,75 Euro mit Bahncard 25) und 
lasse den ersten Abschnitt ungenutzt.

Karte
Die Karte zeigt einen Ausschnitt der auf der Reise befahrenden Bahnstrecken (Rot). In Gelb die deutsch-tschechische Grenze im Erzgebirge. Mehr Informationen enthalten Darstellungen für Google Maps und Google Earth.


Erzgebirgische Aussichtsbahn und Schwarzenberg
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Am Wochenende 20./21. August findet in Schwarzenberg im Erzgebirge das Altstadt- und Edelweißfest statt. Annaberg-Buchholz und Schwarzenberg sind durch die Erzgebirgische Aussichtsbahn verbunden. Eine Bahnstrecke ohne regulär bestellen Verkehr, deren Infrastruktur aber von der Erzgebirgsbahn unterhalten wird. In Schwarzenberg gibt es ein Bahnmuseum des Vereins Sächsischer Eisenbahnfreunde, die die Strecke an ausgewählten Tagen befahren. Und das Schwarzenberger Festwochenende ist Anlass genug.

Auf dem Weg vom Hotel zum unteren Bahnhof gehe ich in der Tourist-Information vorbei, und erwerbe dort eine "Erzgebirgs-Card". Die kleinere der beiden Varianten erlaubt für 48 Stunden die Nutzung von Bus und Bahn im Verkehrsverbund Mittelsachsen (VMS) zum Preis von 24 Euro (zum Vergleich: VMS-Tageskarte 14 Euro). Und bei der Erzgebirgischen Aussichtsbahn (EAB) ist eine einfach Fahrt inbegriffen. Noch ein Hinweis: Beispielsweise im Chemnitzer Hauptbahnhof ist die "Erzgebirgs-Card" nicht erhältlich. Tourist-Information und VMS-Verkaufsstelle verkaufen sie; liegen aber beide über einen Kilometer vom Bahnhof entfernt.

Foto 199*133 Foto 199*133

Am unteren Bahnhof kommt bald die EAB in Form einer dreiteiligen Schienenbusgarnitur angefahren. Für die Fahrt nach Schwarzenberg füllt sich der Zug so, dass die Sitzplätze annähernd besetzt sind.

Am Bahnhof Annaberg-Buchholz Süd trennt sich die Strecke der Aussichtsbahn von den Gleisen Richtung Cranzahl und Bärenstein. Einen längeren Aufenthalt gibt es am Museumsbahnhof Schlettau. Eine private Initiative hält den Bahnhof in Ordnung und hat ihn mit zahlreichen musealen Objekten ausgestattet. Zu den Fahrtagen der EAB ist geöffnet; zusätzlich gibt es Imbiss- und Getränkestand.

Nachdem es am Bahnhof noch zur Begegnung mit einem gecharterten Regioshuttle der Citybahn Chemnitz kommt, geht es leider schon weiter. Man könnte zwar in Schlettau die zwei bis drei Stunden bis zu den nächsten Fahrten der EAB nach Annaberg oder Schwarzenberg gut verbringen - mein Plan sieht aber anders aus.

Foto 199*133 Foto 199*133
Foto 133*199

Neben der allgemein schönen Landschaft ist das Markersbacher Viadukt der nächste Höhepunkt. Zunächst halten wir kurz auf der Brücke; dann geht es in einer Schleife hinab zum Bahnhof, wo Gelegenheit zum Fotografieren besteht. Die Bahnstrecke teilt sich heute die Lufthoheit über dem Ort mit einer Brücke der Bundesstraße 101, bei der man aber gar nicht versucht hat, sich an die Talhänge anzuschmiegen.

In Schwarzenberg angekommen, hat man die Wahl: Entweder mit dem Schienenbus weiter ins Eisenbahnmuseum fahren, oder aussteigen und die Stadt anschauen. Angesichts des Stadtfestes und auch ein wenig, weil es für die Fahrgäste der Aussichtsbahn eine kostenlose Stadtführung gibt, entscheide ich mich für die Stadt.

Auch Schwarzenberg liegt auf einem Hügel. Allerdings ist der Höhenunterschied zum Bahnhof etwas geringer als in Annaberg-Buchholz. Unterwegs erfährt man bereits einiges zur Stadtgeschichte und oben nimmt uns dann das Stadtfest in Empfang. Nach St.-Georgen-Kirche und Schloss endet der Altstadtrundgang mit einer Erläuterung zur "Freien Republik Schwarzenberg".

Dank des Stadtfestes habe ich anschließend eine große Auswahl um etwas zu essen zu trinken zu erwerben. Entsprechend gestärkt schaue ich noch in ein paar Altstadtgassen, in die uns der Stadtrundgang nicht geführt hat. Danach geht es bergab – nun auf der anderen Seite der Altstadt. In der unten am Schwarzwasser liegenden "Vorstadt" setzt sich das Stadtfest dann auch noch mit einer Bühne und mehreren Ständen fort.

Foto 199*133 Foto 199*133
 
Fahrplan 20.8.2016: ----+- an ---+- ab ---+---------
Annaberg-Buchholz u.Bf  |        |  10:54 | EAB91593
Schwarzenberg(Erzg)     |  12:06 |        |
------------------------+--------+--------+---------
Streckenlänge: ca. 26,7 km 

Fahrkarte: Erzgebirgs-Card (siehe oben).


Noch einmal durch das Zwönitztal
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Neben dem Bahnhof gibt es in Schwarzenberg auch noch einen Haltepunkt an der Strecke Richtung Johanngeorgenstadt. Hier besteige ich die Erzgebirgsbahn Richtung Aue. Zwischen Schwarzenberg Haltepunkt und Schwarzenberg Bahnhof verlief die Bahnlinie bis 1950 durch einen Tunnel direkt unter Schloss Schwarzenberg hindurch (linksseitig des Schwarzwassers). Im Zuge des zweigleisigen Ausbaus für den Uranbergbau wurde eine neue Trasse und ein neuer Tunnel durch die Hänge auf der rechten Seite des Schwarzwassers gebaut. Das damals errichtete zweite Gleis wurde in den 1970er-Jahren wieder abgebaut. Der Schlossbergtunnel wird heute vom Modelleisenbahnclub Schwarzenberg genutzt.

Statt über Zwickau nach Chemnitz zu fahren, steige ich in Aue in die Linie via Zwönitz um. Zum einen ist dies eine landschaftlich schöne Strecke, die wie eine Gebirgsbahn den Pass ins Zwönitztal überquert (siehe beigefügte Karte aus dem Reisebericht 2005). Zum anderen ist sehr zweifelhaft, dass hier nach 2017 noch regelmäßig Züge fahren werden, da der Verkehrsverbund Mittelsachsen dies für den Abschnitt Aue – Thalheim nicht mehr bestellt hat.


Existierende und ehemalige Bahnstrecken im Raum Lößnitz
Die Karte zeigt dunkel die noch befahrenden Bahnstrecken und hell abgebaute Strecken. Entnommen dem Reisebericht 2005.

Ich hatte ernsthaft überlegt, in Burkhardtsdorf in einen Linienbus nach Annaberg umzusteigen. Grund ist, dass sich in Chemnitz die beiden Linien der Erzgebirgsbahn knapp verpassen und man am Wochenende zwei Stunden Aufenthalt geschenkt bekommt. Letztlich entscheide ich mich, einen Abstecher in die Chemnitzer Innenstadt zu machen. Die Erzgebirgs-Card gilt ja auch im Stadtverkehr, so dass ich einfach in die Straßen-, City- oder Chemnitz-Bahn einsteigen kann. Die Rückfahrt erfolgt dann über die Schleife, die in den Hauptbahnhof hinein führt.

Aufgrund der relativ späten Ankunftszeit in Annaberg-Buchholz verpflege ich mich schon in Chemnitz mit etwas Proviant und steige dann in den Zug. Heute geht es ohne Busersatzverkehr direkt zum unteren Bahnhof in Annaberg und anschließend wieder zu Fuß den Berg hinauf.

Foto 199*133 Foto 199*133
 
Fahrplan 20.8.2016: ----+- an ---+- ab ---+---------
Schwarzenberg Hp        |        |  14:50 | RB 23874
Aue(Sachs)              |  15:08 |  15:28 | RB 23822
Chemnitz Hbf            |  16:41 |        | 
------------------------+--------+--------+---------
Hauptbahnhof            |        |        | STR
Zentralhaltestelle      |        |        |
------------------------+--------+--------+---------
Roter Turm              |        |        | STR
Hauptbahnhof            |        |        |
------------------------+--------+--------+---------
Chemnitz Hbf            |        |  18:36 | RB 23729
Annaberg-Buchholz unter |  19:45 |        |         
------------------------+--------+--------+---------
Streckenlänge (ohne Straßenbahn): ca. 118 km 

Fahrkarte: Erzgebirgs-Card (siehe oben).


Über das Gebirge
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Am Sonntag bin ich zur gleichen Zeit am unteren Bahnhof wie tags zuvor. Dementsprechend sehe ich auch wieder die Erzgebirgische Aussichtsbahn. Einsteigen tue ich aber heute in den aus Chemnitz kommenden Regelzug mit der Zielaufschrift "Vejprty". An den Wochenenden bis zum 25. September gibt es als besonderen Service der Erzgebirgsbahn jeweils zwei Verbindungen pro Tag über Weipert/Vejprty nach Tschechien.

Via Cranzahl, wo es manchmal Anschluss zum Dampfzug nach Oberwiesenthal gibt, geht es hoch ins Erzgebirge. Der Grenzbahnhof Vejprty ist groß und leer. Das Gebäude ist verschlossen und der Desiro der Erzgebirgsbahn wirkt etwas einsam auf den Gleisanlagen. Doch nach einiger Zeit nähert sich die Schienenbusgarnitur der Tschechischen Bahn. Der Triebwagen muss auf die andere Seite des Beiwagens rangiert werden. Das geht aber erst, nachdem die Erzgebirgsbahn das einzige andere nicht gesperrte Gleis des Bahnhofs freigemacht hat.

Foto 199*133 Foto 199*133 Foto 199*133

Halbwegs pünktlich fahren wir ab – es folgt eine landschaftlich sehr sehenswerte Strecke. Zunächst weiter ansteigend bis hinauf auf etwa 870 Meter, dann geht es in leichtem Gefälle stetig bergab. Vor Chomutov windet sich die Bahnlinie in mehreren Serpentinen aus dem Erzgebirge hinaus in die vom Fluss Eger/Ohře gebildete Ebene.

Das Bahnhofsgebäude in Chomutov ist zwar geöffnet und sehr groß, verfügt aber zum Zwecke der Verpflegung nur über einen Automaten – zum Glück habe ich tschechische Münzen. Mein Anschlusszug kommt klassisch lokbespannt und mit Abteilwagen daher und trägt den auf berühmte Vorgänger hinweisenden Namen "Karlex". Diesem Namen entsprechend passieren wir unterwegs dann auch Karlovy Vary/Karlsbad, dem ich schon 2005 einen Besuch abgestattet hatte.

Fahrplan 21.8.2016: ----+- an ---+- ab ---+---------
Annaberg-Buchholz unter |        |  10:48 | RB 23741
Vejprty                 |  11:16 |  11:50 | Os  6531
Chomutov                |  13:10 |  13:48 | R    610
Cheb                    |  15:29 |        |
------------------------+--------+--------+---------
Streckenlänge: ca. 188 km 

Fahrkarten 
  bis Vejprty: Erzgebirgs-Card (siehe oben) 
  Vejprty – Cheb – Aš: Tagesticket Region Karlsbad
                       (159 CZK / 6 EUR)


Via Aš nach Oberfranken
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Mit ein wenig Verspätung heißt es in Cheb/Eger beschleunigt umsteigen. Aber auch die Oberpfalzbahn aus Marktredwitz kommt nicht ganz pünktlich an. Der orangefarbene Lint-Triebwagen lässt sich im Bahnhof jedenfalls nicht übersehen.

Ich brauche noch einen Fahrschein vom Grenzbahnhof Aš/Asch bis nach Hof. Der tschechische Schaffner verweist auf seinen ab Aš zuständigen Kollegen von der Oberpfalzbahn, der mir dann auch für 6,60 Euro einen Fahrschein verkauft. Damit zahle ich für 36 Kilometer deutsche Bahnstrecke mehr als für die tschechische Tageskarte, mit der ich etwa 197 Kilometer zurücklegte. Wenn ich den tschechischen Tarif richtig verstehe, hätte ich allerdings am Schalter in Chomutov (oder wenn der CD-Schaffner entgegenkommender gewesen wäre) für Aš – Hof nur 2,40 Euro (66 Kronen) bezahlt – man findet auch bei sorgfältiger Reisevorbereitung nicht jede Tariffeinheit.

Zurück vom Bahntarif zur Realität: Wir fahren via Františkovy Lázně/Franzensbad Richtung Norden. 2002 waren wir bei einem Gruppenausflug auf der Fahrt nach Adorf im Vogtland hier bereits durchgekommen. Der Abzweig Richtung Aš erfolgt auf freier Strecke. Im Bahnhof Hazlov/Haslau kommt der Gegenzug in Form eines Oberpfalzbahn-Regioshuttle, das nicht orange lackiert ist, sondern zur Eröffnung von Selb – Aš am 13.12.2015 eine spezielle Farbgebung erhielt.

Der Bahnhof Aš bildet eine Zwickel zwischen der Strecke Richtung Hranice (ehemals weiter bis Adorf) und der wieder hergestellten Bahnlinie nach Selb-Plössberg. Nach Hranice gibt es allerdings seit Jahren keinen richtigen Zugverkehr mehr (zur Zeit verkehrt täglich nur ein Zugpaar), dafür pendelt etwa zweistündlich ein Schienenbus zwischen Aš und Aš město.

Foto 199*133 Foto 199*133 Foto 199*133

Über die wieder aufgebaute Strecke fahren wir nach Selb-Plössberg, wo uns ein Agilis-Zug nach Selb-Stadt begegnet. Via Rehau erreichen wir in Oberkotzau die Bahnstrecke aus Regensburg und kurze Zeit später Hof Hauptbahnhof. Mein Hotel liegt näher an der Innenstadt, so dass ich noch etwas Fußweg vor mir habe. Nach dem Einchecken und nachdem ich mich etwas frisch gemacht habe folgt ein kleiner Rundgang durch Hof. Ein bisschen entlang der Saale, dann durch die Fußgängerzone bis zum Rathaus und am Ende zum Abendessen in eine Pizzeria.

 
Fahrplan 21.8.2016: ----+- an ---+- ab ---+---------
Cheb                    |        |  15:37 | OPB20880
Hof Hbf                 |  16:43 |        |         
------------------------+--------+--------+---------
Streckenlänge: ca. 64 km 

Fahrkarten
  bis Aš: Tagesticket Region Karlsbad (siehe oben)
  Aš – Hof: 6,60 EUR (mit Bahncard 25)


Durch Tschechien nach Hause
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Von Hof aus einfach mit Alex wieder Richtung Oberbayern zu fahren, wäre zu einfach. Also geht es am Montagmorgen zunächst noch einmal via Rehau, Aš und Cheb. Von dort fahre ich nun weiter nach Plzeň/Pilsen. Der sehenswerte Bahnhof ist zur Zeit eine Baustelle; Verbesserungen wie ein direkterer Ausgang Richtung Altstadt sind aber bereits in Betrieb. Es ist Zeit genug für einen kleinem Imbiss und ein tschechisches Bier (Gambrinus, ebenfalls aus Pilsen und in Tschechien beliebter als Pilsner Urquell).

Die nächste Etappe soll mich zur tschechisch-bayerischen Grenze führen. Das Abfahrtsgleis Richtung Železná Ruda-Alžbětín ist baustellenbedingt nur über einen Umweg und einen provisorischen Zugang erreichbar. Immerhin kommt ein lokbespannter Zug mit Fenstern zum Öffnen, was das Fotografieren einfacher macht.

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Im Klattau/Klatovy wird unsere Elektrolok gegen eine Diesellok ausgetauscht. Mit ihr geht es über das schönste Stück der Strecke – immer weiter hinauf in den Böhmerwald. In der Nähe von Špičák (840 Meter, ehemals "Dorf Eisenstein" auf tschechisch nach dem nahe gelegenem Berg Špičák/Spitzberg benannt) unterqueren wir im Spitzbergtunnel den Gebirgskamm. Den Ortskern von Železná Ruda/Markt Eisenstein umrundet die Strecke in einer Schleife (mit dem Haltepunkt "Centrum"). Dann kommt auch schon der Grenzbahnhof; auf Tschechisch seit 2006 nach dem Ortsteil Alžbětín/Elisenthal benannt ist.

Die deutlich größere Ansiedlung am Grenzbahnhof ist allerdings das deutsche Bayerisch Eisenstein. Ursprünglich hießen Bahnhof und Ort übrigens nur "Eisenstein". Der Bahnhof wurde 1939 und der Ort 1951 umbenannt (Quelle: Wikipedia). Nach einem Rundgang um und durch das Bahnhofsgebäude (für einen Besuch der Ausstellung Naturparkwelten erscheint mir die Zeit zu knapp) trinke ich noch einen Kaffee. Der wäre zwar in der Gaststätte im tschechischen Teil günstiger gewesen, dafür kann man aber beim deutschen Restaurant draußen auf dem Bahnsteig sitzen – und ein Blick nach innen, in den ehemaligen Wartesaal erster Klasse, lohnt auch.

Es folgt eine angenehme Fahrt mit einem Regioshuttle der Waldbahn. Via Zwiesel geht es durch die Mittelgebirgslandschaft, die hier nicht Šumava oder Böhmerwald sondern Bayerwald heißt – trotz einiger historischer Sprachverwirrung. Über Serpentinen führt die Strecke hinab nach Deggendorf, dann überqueren wir auch schon die Donau und erreichen bald Plattling. Das Umsteigen in den Donau-Isar-Express und die Fahrt nach Freising funktionieren genauso problemlos wie das letzte Stück mit der S-Bahn.

Foto 199*133
 
Fahrplan 22.8.2016: ----+- an ---+- ab ---+---------
Hof Hbf                 |        |  09:07 | OPB20875
Cheb                    |  10:19 |  10:34 | Rx   759
Plzen hl.n.             |  11:54 |  13:02 | R    776
Bayerisch Eisenstein    |  15:12 |  15:41 | WBA83936
Plattling               |  16:54 |  17:02 | RE  4079
Freising                |  18:09 |  18:14 | S      1
Unterschleißheim        |  18:32 |        |         
------------------------+--------+--------+---------
Streckenlänge: ca. 455 km 

Fahrkarte: Bayern-Böhmen-Ticket (26 EUR)

 
So, das waren jetzt ungefähr 1347 Eisenbahnkilometer zum Preis von ungefähr 84 Euro.
Und ein paar Tage später folgt die nächste Tour ...


Fahrplan- und Preisangaben beziehen sich auf August 2016 und sind ohne Gewähr.

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Zuletzt geändert am 14.10.2016 / © Edmund Lauterbach – Impressum / Kontakt