Eine verkürzte Version dieses Textes erschien in der PRO BAHN Post 7/2009.
 


 
 
Bergbahn – 10 Jahre später
 

Logo zum 10-Jährigen Jubiläum der Webseiten.

Im Jahre 1999 erschien hier ein kleiner Bericht über einen Ausflug zur Oberweißbacher Bergbahn. Um das 10-jährige Jubiläum dieses Ausflugs zu begehen, entschlossen wir uns, zu Pfingsten 2009 nochmals in die Bergbahnregion zu fahren. Alle Teilnehmer unserer Gruppenfahrt aus 1999 waren wieder dabei; ergänzt wurde die Gruppe um weitere Mitreisende. Linksymbol

Durch Bayern in die thüringische Tariflandschaft

Da die Teilnehmer aus verschiedenen Orten anreisen und der Freitag vor Pfingsten nicht für jeden frei verfügbar ist, erfolgt die Hinfahrt etwas verteilt. Zu dritt starten wir am Freitagmorgen am Münchner Hauptbahnhof. In doppelter Gruppenstärke geht es ab Nürnberg weiter Richtung Sonneberg. Hier steigen wir in ein Regio-Shuttle der Südthüringenbahn. Linksymbol

Während wir bis Sonneberg mit Bayernticket unterwegs waren, gibt es nun die erste Tarifhürde zu überwinden. Der Fahrscheinautomat im Zug verkauft sowohl Fahrscheine nach DB-Tarif als auch gemäß einem Sonneberger-Netz-Tarif der Südthüringenbahn. Für Reisende mit Bahncard ist der DB-Tarif die preiswerteste Wahl; ohne Bahncard ist der Sonneberger-Netz-Tarif günstiger. Wie man welchen Fahrschein zu welchem Preis dem Automaten entlocken kann, muss der Reisende selber herausfinden. Von drei Teilnehmern, die später anreisen, zahlen zwei etwas mehr als eigentlich notwendig.

Die Fahrt von Sonneberg über Lauscha und Ernstthal nach Neuhaus am Rennweg (830 Meter über N.N.) ist auch landschaftlich ein Höhepunkt der Anreise. In Neuhaus haben wir etwas Zeit, die wir mangels geöffneter Bahnhofsgaststätte in einer Bäckerei bei Kaffee und Kuchen verbringen.

Von Neuhaus nach Cursdorf heißt es Busfahren. Das Angebot ist üppig: Mit der "Omnibus Verkehrs Gesellschaft mbH Sonneberg/Thür." (OVG) und der "Personenverkehr Neuhaus am Rennweg mbH" (PVG) betreiben gleich zwei Firmen jeweils eine Buslinie auf der Strecke. Und damit es nicht zu einfach wird, gibt es auch zwei verschiedene Tarife. Unser Bus fährt für die PVG, was bedeutet, dass ein Einzelfahrschein nach Cursdorf zwei Euro kostet. Einen Sechserfahrschein gibt es aber zum Preis von fünf Einzelfahrscheinen. Damit reisen wir billiger als später anreisende Teilnehmer, die bei der OVG für den Einzelfahrschein 1,80 Euro zahlen. Linksymbol Linksymbol

Nach einer ebenfalls landschaftlich schönen Busfahrt erreichen wir Cursdorf. Unser Hotel "Im Kräutergarten" ist nicht weit von der Bushaltestelle entfernt. Mit inzwischen sieben Teilnehmern brechen wir zur ersten Erkundung auf – Ziel ist zunächst der Endbahnhof der sogenannten Flachstrecke der Bergbahn. Für Preise zwischen 70 Cent und einem Euro (mit bzw. ohne Bahncard) befahren wir die gesamte 2,6 Kilometer lange Flachstrecke über Oberweißbach nach Lichtenhain. Von der Bergstation aus genießen wir dort den Ausblick auf die Steilstrecke der Bergbahn und das Schwarzatal-Panorama. Nach einem kleinen Schlenker durch den Ort gehen wir entlang der Flachstrecke nach Cursdorf zurück. Linksymbol

Zum Abendessen entschließen wir uns, den Berggasthof Waldidyll oberhalb von Cursdorf aufzusuchen. Inzwischen sind wir zu neun Personen, finden aber nach anstrengendem Aufstieg bequem Platz in der Gaststätte. Reisen macht hungrig, bergauf laufen auch durstig, und so lassen wir etwas erschöpft, aber noch steigerungsfähig den Abend ausklingen. Linksymbol

Fröbelturm und Lichtetal

Samstag ist Wandertag. In Anlehnung an unseren Ausflug von 1999 möchten wir einige schon damals angesteuerte Ziele nochmals ansteuern. Also steigen wir am Gasthof Waldidyll vorbei zum Fröbelturm oberhalb von Oberweißbach hinauf. Dieser Aussichtsturm mit Gaststätte liegt auf einer Höhe von 785 Metern. Bei schönem Wetter machen wir Rast auf der Wiese unterhalb des Turms. Da es noch etwas Zeit bis Mittag ist, wird nur die beim Aufstieg verbrauchte Flüssigkeit ersetzt. Linksymbol

Weiter führt unser Weg durch ein ausgedehntes Waldgebiet oberhalb des Lichte-Stausees. Nächstes Ziel ist das "Felsenhäuschen" – eine Holzhütte oberhalb einer Felsformation mit schöner Aussicht auf benachbarte Täler und Hügel.

Vom Felsenhäuschen aus geht es dann nur noch bergab – zum Lichte-Stausee, seiner Staumauer und weiter durch den Wald bis Unterweißbach. Die Mittagszeit ist zwar vorbei, trotzdem nutzen wir die Gelegenheit uns bei einer Einkehr in den Gasthof "Zum Hirsch" etwas zu erholen. Linksymbol

Das Lichtetal mit Unterweißbach ist ein Seitental des Schwarzatals. Vom Gasthof gehen wir am Ortsrand entlang zum Flüsschen Schwarza und weiter zum Bahnhof in Sitzendorf. Unsere Gruppe hat sich aufgeteilt: drei Leute kehren zurück nach Cursdorf, der Rest hat als Zwischenziel Katzhütte, den Endpunkt der Schwarzatalbahn. Da wir bis zur Abfahrt des Zuges etwas Zeit haben, fahren wir ihm entgegen und machen einen Abstecher zum Haltepunkt Bechstedt-Trippstein. Tariflich ist das kein Problem, da mit der Bergbahn-Tageskarte zu 8,80 Euro (mit Bahncard 6,60 Euro) alle Fahrten auf den Strecken der Bergbahn, der Schwarzatalbahn, sowie einiger PVG-Buslinien zwischen Rudolstadt und Neuhaus abgedeckt sind.

In Katzhütte treffen wir eine der beiden noch fehlenden Nachzüglerinnen unserer Reisegruppe, die dort mit dem Bus ankommt. Danach fahren wir zurück bis Obstfelderschmiede, der Talstation der sogenannten Steilstrecke der Bergbahn. Wie bereits 1999 beschreiben überwindet diese Standseilbahn mit zwei verschiedenen Fahrzeuge die 323 Meter Höhenunterschied: einem klassischen Bergbahnwagen, sowie einem Personenwagen, der auf eine Güterbühne aufgesetzt ist. Linksymbol

Ursprünglich war der Transport von Güterwagen zwischen dem Schwarzatal und dem Oberweißbacher Hochplateau ein Hauptzweck der Anlage. An beiden Enden der Steilstrecke können Wagen von der Güterbühne auf eine Drehscheibe rangiert werden, und von dort auf die Schwarzatalbahn oder die Flachstrecke der Bergbahn. Heute werden Güterwagen nur noch zu Schauzwecken transportiert. Bei gutem Wetter wird seit einiger Zeit der geschlossene Personenwagen auf der Güterbühne durch einen Cabriowagen ersetzt. Linksymbol Linksymbol

Nach der Bergfahrt steigen wir in Lichtenhain auf die Flachstrecke nach Cursdorf um. Endlich vollzählig kehren wir zum Abendessen mit elf Personen in die Gaststätte "Zur Biene" ein. Linksymbol

Foto Lauscha Foto Flachstrecke Foto Staumauer Foto Schwarztalbahn Foto Bergbahnwagen Foto Bergbahnwagen

 

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Über Meuselbacher Höhen

Auch am Pfingstsonntag wird zunächst gewandert, und auch an diesem Tag steuern wir zuerst ein Ziel an, das einige bereits von 1999 kennen. Von dem nicht ganz optimalen Wetter lassen wir uns nicht abhalten und erklimmen von Cursdorf aus die Meuselbacher Kuppe. In ähnlicher Höhenlage wie der Fröbelturm befindet sich auch hier ein Ausflugslokal. Von der Kuppe geht es dann bergab nach Meuselbach. Linksymbol

Nach einem nicht ganz beabsichtigen Schlenker erreichen wir einen nach Norden führenden Höhenweg. Die Wege sind hier bezüglich Beschilderung und Zustand nicht ganz so gut wie am Vortag. Dafür hat sich das Wetter gebessert und am Aussichtspunkt "Roses Ruh" vorbei erreichen wir kurz nach Mittag Mellenbach. Hier nutzen wir die Gelegenheit zur Einkehr in die Gaststätte "Zur Curau".

Ein Teil der Gruppe fühlt sich danach ausreichend gestärkt, um den Aufstieg nach Lichtenhain zu Fuß zu bewältigen. Der Rest möchte nicht auf die Steilstrecke verzichten, und fährt mit der Schwarzatalbahn nach Obstfelderschmiede. Unter anderem kann man dort im Bergbahn-Shop Souvenirs und Literatur zur Oberweißbacher Bergbahn erwerben.

Irgendwann trifft sich die Gruppe wieder in Lichtenhain. Dort gibt es eine weitere Attraktion: die Lichtenhainer Waldeisenbahn. Ein rühriger Verein betreibt hier eine Kleinbahn mit 600 Millimeter Spurweite. Je nach Interessenslage steht nun Fotografieren, Mitfahren, Besichtigen dieser Anlage an. Linksymbol

Mit dem gemeinsamen Abendessen im Hotel endet schon fast unser Aufenthalt in der Bergbahnregion.

Grenzüberwindung

Am Pfingstmontag folgt dann eine etwas komplizierte Rückreise. Die Fahrt über Flach- und Steilstrecke der Bergbahn und weiter mit der Schwarzatalbahn bis Rottenbach ist hierbei noch der einfachere Teil. Wie schon am Vortag nutzen wir Bergbahn-Einzelfahrscheine zu 5,90 Euro (mit Bahncard 4,40 Euro), die auch auf der Schwarzatalbahn gelten. Für die Weiterreise ab Rottenbach kaufen wir bereits im Bergbahnshop – ohne den DB-üblichen Schalteraufpreis – ein Thüringenticket. Ein bisschen schwieriger gestaltet sich in Rottenbach die Suche nach dem Fahrscheinautomaten, um für drei Mitreisende Bahncard-50-Fahrkarten für den Abschnitt bis zur thüringisch-bayerischen Grenze zu erwerben. Dies wird aber letztlich ebenso bewältigt wie die dann folgende Strecke nach Saalfeld und das Umsteigen in die Regionalbahn Richtung Blankenstein.

Die Fahrt über die sogenannte Sormitztalbahn mit Kopfmachen in Wurzbach und weiter über Lobenstein nach Blankenstein führt uns durch einen weiteren landschaftlich interessanten Abschnitt. Kenner des Bahnnetzes wissen, dass wir nun am Endpunkt einer seit 1945 bestehenden Sackgasse angekommen sind. Auch die Wiedervereinigung hat nicht dazu geführt, dass die politisch verursachte sechs Kilometer lange Lücke im Bahnnetz zwischen Thüringen und Bayern geschlossen wurde. Trotz vieler Befürworter und guter Argumente wurde die Trasse durch das Höllental nicht wieder aufgebaut. Linksymbol Linksymbol

Leider besteht hier die ehemalige innerdeutsche Grenze auch noch im straßengeführten ÖV, so dass wir die ersten anderthalb Kilometer ab dem Bahnhof Blankenstein zu Fuß zurücklegen. Vorbei am ehemaligen Bahnhof Lichtenberg / Blechschmidtenhammer erreichen wir den Gasthof Friedrich-Wilhelm-Stollen, wo wir uns bei bestem Wetter im Biergarten niederlassen. Linksymbol Linksymbol

Direkt vor dem Gasthof liegt eine Bushaltestelle. Hier verkehrt auch sonntags zweimal pro Tag ein Radler- und Ausflugsbus von Frankenwald-Mobil. Im Vergleich zu Thüringen kommt man in Bayern mit dem Länderticket deutlich weiter: im Bus gilt das Bayernticket und kann auch beim Fahrer ohne Aufpreis gekauft werden. Mit dem pünktlich erscheinenden Bus überbrücken wir die kurze Strecke nach Bad Steben. Hier gibt es wieder – oder eigentlich noch immer – Bahn. Mit der Regionalbahn erreichen vorbei am ehemaligen Abzweig zur Höllentalbahn in Marxgrün den Hofer Hauptbahnhof. Linksymbol Linksymbol Linksymbol

Nach etwas Aufenthalt – die Gruppe ist inzwischen auf acht Leute geschrumpft – besteigen wir den hier beginnenden Alex-Zug nach München. Dass nach dem Wochenende der Zug so voll wird, dass man die Leute eigentlich stapeln müsste, ist wohl ein normales Phänomen auf dieser Strecke. Soweit dem Autor bekannt, sind aber nicht nur die Alex-Mitfahrer sondern auch die anderen Teilnehmer unseres Pfingstausfluges gut an ihren jeweiligen Zielorten angekommen. Und um den Kreis zu schließen, ein Zitat aus dem Bericht von 1999: Alles in allem für die Beteiligten sicher ein ziemlich "bahnsinniges" Pfingstwochenende in einer sehenswerten Gegend.

 

Foto Obstfelderschmiede Foto Ausweichstelle Bergbahn Foto Steilstrecke Foto Waldeisenbahn Foto Lichtenhain


Erläuterungen zum Tarif der Oberweißbacher Berg- und Schwarzatalbahn (OBS):

Preise nach Tarifstand Juni 2009

Erwachsene (ohne Bahncard)

alleinreisende Kinder (bis 14 Jahre) sowie Erwachsene bzw. Jugendliche mit Bahncard, Studenten- oder Schülerausweis
Bergbahn-Einzelticket (einfache Fahrt auf der Gesamtstrecke Obstfelderschmiede – Lichtenhain – Cursdorf und zusätzlich von oder zu allen Stationen der Schwarzatalbahn Rottenbach – Katzhütte) EUR 5,90 EUR 4,40
Bergbahn-Tagesticket (Tageskarte für das Gesamtnetz der Oberweißbacher Berg- und Schwarzatalbahn inkl. Buslinien 16, 53, 502, 503, 504 der PVG) EUR 8,80 EUR 6,60
Flachstrecke Lichtenhain – Cursdorf (einfach) EUR 1,00 EUR 0,70

  • Auf der Schwarzatalbahn, jedoch nicht auf den Bergbahnstrecken gilt zusätzlich zum OBS-Tarif der normale Tarif der Deutschen Bahn AG einschließlich der Angebotspreise wie Sparpreis, Dauer-Spezial, Schönes-Wochenende-Ticket oder Ländertickets.
  • OBS-Fahrscheine werden in der Bergbahn vom Fahrpersonal verkauft; auf der Schwarzatalbahn aus den Automaten in den Fahrzeugen. Fahrscheine und Auskünfte gibt es ebenfalls im Bergbahn-Shop im Bahnhof Obstfelderschmiede.
  • Fahrräder können im gesamten Netz der OBS bei vorhandener Kapazität kostenlos mitgenommen werden. Ein Personenwagen der Steilstrecke hat außen eine Vorrichtung zum Transport mehrerer Fahrräder.
  • Auf der Steilstrecke und der Flachstrecke der Bergbahn gelten nur die oben aufgeführten OBS-Fahrscheine. Insbesondere das Schöne-Wochenende-Ticket, das Thüringen-Ticket, das Sachsen-Ticket, das Sachsen-Anhalt-Ticket und das Hopper-Ticket werden auf der Bergbahn nicht anerkannt.
  • Mit gültigem Thüringen-Ticket, Sachsen-Ticket oder Sachsen-Anhalt-Ticket kostet das Bergbahn-Tagesticket nur den rabattierten Preis von 6,60 EUR.
  • Von Montag bis Freitag wird für Gruppen ab 10 Personen ein Rabatt von 25 Prozent gewährt. An allen Tagen hat jede 10. Person einer Gruppe freie Fahrt.
  • Die genannten Rabatte sind nicht kombinierbar. Weitere Fahrscheinangebote (Monats- und Wochenkarten, Kinder- und Schülergruppen) findet man auf den unten angegebenen Webseiten.

Alle Angaben ohne Gewähr. Weitere Informationen bei der DB AG und auf einer privaten Website.

Fahrkarte

Fahrkarte


 

Wanderung Cursdorf – Fröbelturm – Unterweißbach bei wandermap.net

Wanderung Cursdorf – Meuselbacher Kuppe – Mellenbach-Glasbach bei wandermap.net

Pfingstausflug 1999 zur Bergbahn

Tarif und Fotos der Bergbahn aus 2003

Aus dem DSO-Forum: Oberweißbacher Bergbahn 1979

 


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