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Eine Reise mit der Bahn nach London und Schottland

Eine Art Reisetagebuch mit Fotos - Teil 3

Außer diesem Reisebericht gibt es noch etwas zum Fahrplan und zu den Kosten der Reise sowie einen Plan der bereisten Bahnstrecken in Schottland und Links zum Thema.
 




Nessy war leider gerade abgetaucht Nessie war leider gerade abgetaucht

Obwohl es ursprünglich nicht geplant war, hatte ich mich am Busbahnhof von Inverness über die Verbindung nach Loch Ness informiert. Die Nordost-Spitze des Sees ist ungefähr acht Kilometer von Inverness Innenstadt entfernt. Der See selber ist ca. 30 Kilometer lang und zwei bis drei Kilometer breit - die typische Form eines schottischen Lochs. Für diesen Mittwoch habe ich eigentlich die Fahrt an die britische Nordküste vorgesehen. Der Zug geht aber erst um 11:05 Uhr, und Scottish Citylink bietet eine Busverbindung, die es erlaubt, hoch zu Loch Ness zu fahren und rechtzeitig wieder in Inverness zu sein (Fahrplanauskunft).

Da die Vorbeifahrt mit dem Bus und 20 Minuten Aufenthalt mir ausreichend erscheinen, fahre ich bis zur Haltestelle oberhalb von Urquhart Castle. Hier kann man den See recht gut mit der Schloßruine im Vordergrund ablichten. Aufgrund technischer Schwierigkeiten mit meiner Fotoausrüstung und meiner etwas verzögerten Reaktion kann ich aber leider kein Bild von Nessie anbieten. Nachdem ich mich beim Parkplatzwächter erkundigen mußt, wo der Bus nach Inverness hält (aus Richtung Inverness fährt er auf den Parkplatz, weil der links von der Straße liegt; wenn man dort wartet, hat man aber keine Chance, da in Gegenrichtung am Straßenrand gehalten wird - oder auch nicht), komme ich pünktlich in Inverness an. Die Zeit reicht bequem, um die 200 Meter vom Busbahnhof zum Bahnhof zu überwinden (daß die Busse nicht am Bahnhof halten, scheint auch ein britisches Symptom zu sein). Dort wartet schon der Sprinter für die Fahrt gen Norden.

Bohrplattformen bei Invergordon Bohrplattformen bei Invergordon

Die Fahrt durch den nördlichen Teil der Highlands vermittelt wieder ganz neue Eindrücke. Entlang des Beauly Firth verlaufen die Gleise zunächst landeinwärts. In Dingwall trennen wir uns von der Strecke nach Kyle of Lochalsh und fahren nördlich des Cromarty Firth wieder nach Osten. Bei Invergordon sind in dieser Bucht mehrere Bohrplattformen geparkt (siehe Foto). Ein kurzes Stück führt die Strecke nach Norden, dann müssen wir wieder einer tief ins Land schneidenden Bucht, dem Dornoch Firth, ausweichen und fahren wieder mal nach Westen. Nach einem weiteren Bogen ostwärts (die Strecke erinnert mich irgendwie an Dachau - Altomünster), erreichen wir wirklich die Nordseeküste, an der es eine ganze Weile nordöstlich entlang geht. Steilküste, Wiesen und Strandabschnitte wechseln sich ab. Kurz vor Helmsdale fährt der Zug an einer Robbenkolonie vorbei, ansonsten bestimmen Schafe das Bild der Tierwelt.

In Helmsdale biegen wir dann wieder landeinwärts ab. Durch das recht schöne Tal des River Helmsdale geht es aufwärts. Die Landschaft wird immer karger und leerer. An der Station Forsinard steht mitten in der Wildnis ein Hotel. Hier gibt es wohl Urlaub für Leute, die die Einsamkeit lieben.  Wir fahren inzwischen mal wieder ostwärts und an der nächsten Station, Altnabreac ("which can only be described as being in the middle of nowhere"), gibt es einfach gar nichts. Hier aus dem letzten Zug auszusteigen könnte ein Fehler sein.

Wir erreichen Georgemas Junction. Während der aus zwei Sprinter-Garnituren bestehende Frühzug hier geteilt wird - ein Teil nach Wick, der andere nach Thurso - ist das mit unserem nur aus einem Sprinter bestehenden Zug nicht möglich. Also fährt der Zug von hier zunächst nach Thurso, dann zurück nach Georgemas Junction und weiter nach Wick, und danach wieder über Georgemas Junction nach Thurso um dort die Fahrgäste für die Rückfahrt nach Inverness (die natürlich ebenfalls wieder über Georgemas Junction führt) aufzunehmen. Da ich mich entschließe in Thurso auszusteigen, verschafft mir diese Prozedur eine Aufenthaltszeit von über anderthalb Stunden.

In Britannien ganz oben: Thurso Bay In Britannien ganz oben: Thurso Bay

Der Ort Thurso gibt nicht soviel her und der Bahnhof wird gerade einer Komplettrenovierung unterzogen. Die Sicht an der Küste ist dafür aber recht spektakulär. Rechts (= östlich) sieht man die Steilküste von Dunnet Head, dem absoluten Nordkap der britischen Hauptinsel. Nordöstlich schaut man direkt auf die Orkney Inseln, der Blick wird beherrscht von den Felsformationen der Insel Hoy. Hinter den Orkneys gibt es noch irgendwo die Shetlands und dann kommt bis zum Nordpol ziemlich wenig. Linker Hand liegt die Thurso Bay, am anderen Ende das Fährterminal von Scrabster. Dieses Fährterminal (Autofähre nach Stromness auf der Orkney-Insel Mainland) ist durch eine Buslinie vom Bahnhof Thurso zu erreichen; dasjenige in John o' Groats (Personenfähre nach Burwick auf South Ronaldsay) von Thurso oder Wick.

Thurso bleibt mir unter anderem deshalb in Erinnerung, weil ich hier das preiswerteste Produkt der Großbritannienreise erwerbe: Im Tourist-Office gibt es eine Karte, auf der die öffentlichen Verkehrsverbindungen der Highlands eingezeichnet sind, für 10 Pennies. Ich bin so erstaunt über den Preis, daß ich vorsichtshalber nachfrage. Es stimmt, also eine lohnende Investition getätigt.

Zurück fahre ich (zwangsläufig) die gleiche Strecke wie bei der Hinfahrt und versuche das zu fotografieren, was ich auf dem Weg nach Thurso verpaßt habe.


Am Donnerstag liegt wieder ein Quartierwechsel an. Also mit Gepäck in den Sprinter nach Kyle of Lochalsh (liest sich das nicht schön schottisch?). Die Kyle-Line (PDF-Reiseführer, 4 MB) habe ich inzwischen zu meinem Favoriten bei den Scotrail-Bahnstrecken erkoren. Der Beauly Firth und die Mündung des Caledonian Canal gibt sich am Morgen noch fotogener als am Vortag. In Dingwall zweigt die Strecke von meiner gestrigen Reiseroute ab. Seen und Berge beherrschen im Wechsel den Blick aus dem Fenster.

Achnasheen Station Achnasheen Station, im Hintergrund der Gebirgszug mit dem Squrr a' Chaorachain

Hinter Achnasheen überqueren wir die Wasserscheide zwischen Nordsee und Atlantik. Wenn man Loch Carron erreicht, erkennt man an den Auswirkungen der Gezeiten, daß dies kein See, sondern eine tief ins Hinterland reichende Meeresbucht ist. Auf einer Landzunge liegend, bietet Plockton einen besonders idyllischen Anblick.

Bald kommt die Brücke zur Isle of Skye in Sicht und kurz danach erreichen wir Kyle of Lochalsh. Der Bahnhof liegt hier unmittelbar auf dem Hafenpier. Es sind noch winzige Drehscheiben und Verladegleise erkennbar, mit deren Hilfe Waggons unmittelbar an die Schiffe geschoben werden konnten. Ich habe derweil andere Probleme: Im Bahnhof sind alle Schließfächer demontiert. Am Schalter verweist man mich auf die Möglichkeit den Koffer am Tourist-Office zu deponieren. Das sind zwar 200 Meter Fußweg, dafür bezahle ich dann aber auch nicht 2 Pfund wie in Stirling, sondern  nur 0,50 Pfund.

In einem Lebensmittelladen besorge ich mir Essen und Trinken und suche mir zum Picknick einen Platz mit Aussicht auf die gegenüberliegende Isle of Skye. Früher war an der Stelle, wo heute die Busse abfahren, der Fähranleger. 1995 wurde nordöstlich von Kyle die Brücke gebaut und die Fähre wurde stillgelegt. Ersetzt wurde die Fähre durch einen Pendelbus im Halbstundentakt zwischen Kyle und Kyleakin. Im Gegensatz zu diesem Pendelbus startet die Verbindung nach Armadale und Portree, mit der ich meine Reise fortsetze, bereits am Bahnhof und hat direkten Anschluß vom Mittagszug aus Inverness.

Obwohl neben dem Fahrer noch ein weiterer Mitarbeiter von Skyeways Bus Travel beim Einladen des Gepäcks hilft, fahren wir am Bahnhof mit 15 Minuten Verspätung los. Nach kurzem Halt am eigentlichen Busbahnhof geht es über die Brücke. Skyeways setzt, um Mautgebühren zu sparen, für die Fahrt über die Brücke nur ein Fahrzeug ein. Dieser Bus fährt Richtung Portree, so daß ich nach Armadale in Kyleakin umsteigen muß (Fahrplan). Selbst mit diesem Umsteigen und trotz teilweise nicht-asphaltierter Straße erreichen wir den Fähranleger in Armadale zur fahrplanmäßigen Ankunftszeit.

Hier gibt es dann aber wieder eine Verzögerung, weil Caledonian MacBrayne ein Problem mit der Antriebsschraube seiner Fähre "Lord of the Isles" hat. Während ich auf der Fähre darauf warte, daß es los geht, bekomme ich mit, wie ein Vater auf das Klagen seines Sohnes "it's so hot" mit "they call it summer" antwortet. Auch dies zeigt mir, daß ein so heißer Sommertag wie heute für Schottland eher ungewöhnlich ist. Mit zwanzigminütiger Verspätung beginnt dann die halbstündige Überfahrt nach Mallaig. Die Schiffspassage und die Aussicht auf Skye, Eigg und Loch Nevis sind bei dem heutigen Wetter natürlich ein Genuß.

In Mallaig angekommen bleibt noch etwas Zeit, die ich unter anderem dafür nutze, mich bei meinen nächsten Gastgebern telefonisch anzukündigen, da wir in Glenfinnan eine Abholung am Bahnhof vereinbart hatten. Die Zugabfahrt ist wieder pünktlich und wir befahren nun den Abschnitt der West Highland Line, der mir am besten gefallen hat. Zunächst geht es Richtung Süden parallel zur Küste und man sieht immer wieder in schöne Buchten hinab. Dann wendet sich die Strecken nach Osten und in Lochailort verlassen wir endgültig die Ausläufer des Atlantiks. Vorbei an einem weiteren der unzähligen schottischen Seen erreichen wir Glenfinnan, mein heutiges Etappenziel. Wie vereinbart werde ich am Bahnhof abgeholt, da mein Quartier einige Kilometer vom Bahnhof entfernt liegt.


Ein Tag in Glenfinnan. Keine Bahnfahrt (mein Britrail-Paß gilt ja nur an acht frei wählbaren Tagen) und auch kein Öffentlicher Nahverkehr. Eigentlich hatte ich eine Schiffahrt auf dem Loch Shiel vorgesehen, aber ausgerechnet an diesem Freitag fällt die Nachmittagsfahrt aus, und für die frühere Abfahrt bin ich einfach zu spät dran.

Glenfinnan Viadukt mit Jacobite Steam Train Glenfinnan Viadukt mit Jacobite Steam Train

Nach dem ausgezeichneten Frühstück geht es also zu Fuß los. Glenfinnan besteht aus einigen einzelnen Häusern, dem Bahnhof, der Kirche, zwei Hotels, dem Glenfinnan Monument und dem zugehörigen Visitor Center. Das alles wird überragt vom Glenfinnan Eisenbahnviadukt. Über dieses fährt außer den Scotrail Sprintern zweimal am Tag (außer samstags) der Jacobite Steam Train. Dieser Dampfzug muß natürlich fotografiert werden. Also ist das Viadukt das erste Ziel.

Die Stelle, an der ich mich für das Foto postiere, ist leider von winzigen Mücken verseucht, so daß ich außer schönen Fotos auch noch ein paar andere Andenken mitnehme. Ich unterquere dann das Viadukt und steige auf der anderen Seite hoch, so daß ich auch von oben noch ein paar Fotos machen kann. Unterwegs laufen drei Hirsche nur wenige Meter vor mir über den Weg.

Glenfinnan Viadukt und Loch Shiel Glenfinnan Viadukt und Loch Shiel

Nach dem Ausflug zum Viadukt schaue ich mir die recht nett oberhalb von Loch Shiel gelegene Kirche an. Danach erreiche ich den Bahnhof. Hier gibt es ein interessantes Station Museum, Schlafgelegheiten in einem abgestellten Schlafwagen und ein Restaurationsbetrieb in einem Speisewagen mit Aussichtsterrasse. Das Museum ist mit 0,50 Pfund äußerst erschwinglich und der Besuch obligatorisch.

Nach dem Museumsbesuch laufe ich hinunter zum Loch Shiel, um - wie bereits erwähnt - festzustellen, daß die Nachmittagsrundfahrt auf dem Loch Shiel ausfällt. Entgegen meinen Erwartungen gibt es am Seeufer auch nirgendwo ein Restaurant, so daß ich wieder zum Bahnhof aufsteige, um mir in besagtem Speisewagen (genauer: auf der angebauten Terrasse) Kaffee und Kuchen zu gönnen.

Von hier aus führt ein Weg zu einem Aussichtspunkt oberhalb des Bahnhofs. An dieser Stelle kann ich noch einige Fotos (diesmal ohne Mücken) vom Dampfzug machen, der nachmittags von Mallaig nach Fort William zurückkehrt.

Zum Abschluß meiner Rundwanderung in und um Glenfinnan besuche ich das Monument, daß an den Beginn des letzten schottischen Aufstands gegen die Engländer erinnert. Im Visitor Center kann man sich über diesen Abschnitt der schottischen Geschichte informieren. Den Aussichtshügel oberhalb des Monuments nutze ich für die letzten Fotos vom Loch Shiel und dem Glenfinnan Viadukt.

Wie schon am Vorabend bin ich froh, die angebotene Halbpension genutzt zu haben. Das Essen ist ausgezeichnet und in Glenfinnan gibt es wenig Alternativen.


Am Samstagvormittag ziehe ich weiter. Nachdem meine Gastgeber mich wieder am Bahnhof abgeliefert haben, bereise ich nun das mir noch fehlende Stück der West-Highland-Line. Kurz hinter dem Bahnhof fahre ich nun endlich auch mal über das bereits mehrfach abgelichtete Viadukt. Dann eilt der Zug am Loch Eil entlang. Trotz nicht allzu guter Sicht, ist der Fort William überragende Ben Nevis, mit 1344 Metern höchster Berg Großbritanniens, recht gut zu erkennen.

In Fort William macht der Zug Kopf, dann folgt ein Stück Strecke, daß mich nicht mehr so sehr beeindruckt. Vor Tyndrum befahren wir am Fuße des Beinn Dòrain ein schönes halbrundes Viadukt über den Allt Kinglass. Zwischen Tyndrum und Crianlarich verläuft die Strecke parallel aber höhenversetzt zum Streckenast aus Richtung Oban. Der Sprinter aus Oban ist uns fahrplangemäß einige Minuten voraus und wartet auf unser Ankuppeln in Crianlarich.

Den Rest der Strecke bis Glasgow kenne ich ja schon. Auch bei besserem Wetter bieten sich hier bei weitem nicht so viele Fotomotive wie auf den nördlicheren Highland-Strecken. In Glasgow Queen Street steige ich in den Zug nach Edinburgh. Hier fährt die etwas modernere Version des Sprinters. Über Falkirk und Edinburgh Haymarket erreichen wir Edinburgh Waverley. Von hier aus sind es 10 Minuten zu Fuß zu meiner Pension in der Castle Street. Wie der Straßenname schon sagt, liegt diese direkt unterhalb von Edinburgh Castle.

Scotrail-Sprinter auf der Forth Rail Bridge Scotrail-Sprinter auf der Forth Rail Bridge

Auch wegen der allmählich zu Ende gehenden Gültigkeit meines Britrail-Passes (ich muß ja damit noch nach London), habe ich für den Abend noch eine kleine Rundfahrt geplant. Ab Edinburgh gibt es eine S-Bahn-ähnliche Verbindung auf die Nordseite des Forth River. Dort fahren die Züge eine Schleife über Kirkcaldy und Dunfermline um dann wieder über die Brücke zurück nach Edinburgh zu fahren. Diese Brücke, die Forth Rail Bridge ist Hauptziel des Ausfluges.

Forth Rail Bridge Forth Rail Bridge

Zunächst also einmal über die Brücke fahren, dann entlang der Forth-Mündung nach Kirkcaldy. Leider ist die Sicht nicht gut, so daß die Skyline von Edinburgh auf der anderen Seite des Flusses nur zu erahnen ist. Hinter Kirkcaldy fährt der Zug dann in einem weiten Bogen nach Westen zurück und erreicht über Dunfermline wieder die Forth Rail Bridge.

Ich entscheide mich am Südende der Brücke in Dalmeny auszusteigen. Der Bahnhof liegt zwischen Dalmeny und South Queensferry. In South Queensferry ergeben sich im Zusammenhang mit der Forth-Brücke einige interessante Fotomotive. Nachdem ich im Bogen durch den Ort das Ufer erreiche, laufe ich bis zur Brücke und dann entlang der Bahnstrecke zurück zum Bahnhof. Von hier aus geht es dann wieder zurück nach Edinburgh Waverley.

Lokbespannter Zug verläßt Forth-Brücke Lokbespannter Zug verläßt Forth-Brücke

Röckchen an und stramm stehen: die Wache von Edinburgh Castle Röckchen an und stramm stehen: die Wache von Edinburgh Castle

Der Sonntag ist reserviert für die Besichtigung Edinburghs. Zuerst steige ich durch die westliche Altstadt zum Schloß hinauf. Nach dem Tower in London und Stirling Castle wird auch dieses Schloß besichtigt. Danach geht auf der östlichen Seite ein Stück die sogenannte "Royal Mile" entlang. Weil ich eigentlich noch eine Reservierung für Deutschland brauche, möchte ich mich erkundigen, was so etwas von Großbritannien aus kostet. Also gehe ich zum Bahnhof, stelle dort aber fest, daß man Auslandsreservierungen nur wochentags vornehmen kann.

Blick auf Altstadt und Schloß Blick auf Altstadt und Schloß

Über den Bahnhof Waverley verläuft die North Bridge als eine optische Dominante der Edinburgher Innenstadt. Sowohl die Brücke selber als auch der Blick von hier auf Altstadt und Neustadt sind schöne Fotomotive. Edinburgh ist umgeben von Hügeln. Außer dem Schloßberg und dem Richtung Küste gelegenen unübersehbaren Arthur's Seat gibt es noch den Calton Hill. Da der dann doch etwas niedriger ist als Arthur's Seat, entscheide ich mich nach dem Mittagessen für einen Aufstieg.

Blick von Calton Hill auf Schloß und Princess Street Blick von Calton Hill auf Schloß und Princess Street

Heute kann man mit etwas besserer Sicht über die Forth-Mündung hinweg sehen. Außerdem liegt die Altstadt gegenüber und Princess Street mit dem daneben liegenden Park (Princess Street Gardens) unterhalb des Hügels. Nach dem Abstieg gehe ich zum Holyrood Palast. Hier residiert die Königin, wenn sie in Edinburgh weilt. Und da in ein paar Tagen das neue schottische Parlament eröffnet wird, ist sie auch da. Leider bekam ich auch von ihr keine Einladung zum Tee.

Zurück laufe ich die Royal Mile entlang, über den Grassmarket und durch Princess Street Gardens. Hier liegt die Bahnlinie zwischen Park und Schloßberg und führt sogar unter einem Friedhof hindurch. In meinem Hotel veranstalte ich meine persönlichen Teatime und ruhe mich etwas aus. Gegen Abend suche ich mir noch einen Supermarkt um etwas Proviant für die Rückfahrt einzukaufen. Das verbliebene Geld reicht danach noch für den Besuch eines typisch schottischen Pubs.


Montag, nach genau zwei Wochen Great Britain, trete ich die Heimreise an. Da ich in einem Rutsch bis Köln fahren möchte, bin ich um 8 Uhr am Waverley-Bahnhof und besteige den Zug der Great North Eastern Railway (GNER) nach London.

Der Zug ist gut besetzt, aber ich habe einen annehmbaren Fensterplatz. Die Fahrt entlang der britischen Ostküste gefällt mir besser als die Virgin-Route nach Glasgow. Insbesondere im nördlichen Teil geht es häufig unmittelbar die Küste entlang. Die Steilküstenabschnitte aber auch die Stadtdurchfahrten wie Berwick-upon-Tweed oder Newcastle-upon-Tyre sind interessant. Über York (die Kathedrale ist zu sehen, aber nicht fotogerecht) nähern wir uns allmählich dem Großraum London.

Dortiger Zielbahnhof ist King's Cross, so daß mir wieder die U-Bahn-Fahrt quer durch die Innenstadt bevorsteht. Nach der Ankunft brauche ich aber zuerst mal einen U-Bahn-Fahrschein. Zum Glück habe ich passendes Kleingeld, so daß ich mir einen der etwas weniger belagerten Automaten ohne Wechselgeld aussuchen kann. So komme ich zeitig in Waterloo an und kann meinen Proviant etwas ergänzen.

Auch hier ist eine Reservierung für Züge auf dem Kontinent nicht möglich. In Euston Station oder besonderen Reisebüros wäre es möglich, sonst an keinem Londoner Bahnhof. Wo da die Logik ist, weiß ich nicht - in Euston fahren bestimmt keine Züge Richtung Kontinent ab.

Einchecken zum Eurostar wie gehabt. Ich sitze im letzten Wagen und kann beobachten, daß während der Tunnelfahrt die hintere Lok durch einen Lokführer besetzt wird. So kann der Zug - falls notwendig - den Tunnel auch in Gegenrichtung verlassen.

In Brüssel wird es dann schwieriger. Auf dem Thalys-Bahnsteig keinerlei Wagenstand-Anzeiger oder ähnliches. Der von Paris kommende Thalys wird in zwei Halbzüge nach Köln und Amsterdam geteilt. So gerade kann man vom Aufsichtspersonal noch erfahren, daß der Zugteil nach Köln vorne hält.

Im Zug ist es noch enger als bei der Hinfahrt. Ich sitze eingezwängt auf dem Fensterplatz einer Vierer-Sitzgruppe und muß mich mit meinem Gegenüber koordinieren, wenn ich die Füße bewegen möchtel. An eine Verstellung der Rückenlehne ist nicht zu denken, da dann das Sitz-Unterteil nach vorne rückt. Was machen eigentlich 2-Meter-Menschen?

Trotz dieser widrigen Umstände komme ich heil und pünktlich in Köln an. 14 Tage, 10 Stunden und 55 Minuten nach Abfahrt am gleichen Ort. Hinter mir liegen etwa 4680 Bahn-Kilometer, die im wesentlichen ohne größere Probleme bewältigt wurden. Das entspricht mehr als einem halben Jahr Fahrten mit der S-Bahn auf meinem täglichen Weg zur Arbeit. Da würde ich mir auch mal so wenig Störfälle und Verspätungen wünschen.

Was bleibt zu sagen? Ein toller Urlaub - natürlich, was sonst. Eine Ausbeute von über 250 Dias. Ein Punkt weniger auf der Liste der Dinge, die ich schon immer einmal machen wollte.

E.L.

 

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