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Bahnen in Bonn
- Teil 3 -


Herausnahme aus der Altstadt / 2. Umbau der KBE-Strecken

Der sehr enge Straßenzug Brückenstraße – Friedrichstraße ist dem Miteinander von Straßenbahn und Autoverkehr nicht mehr gewachsen. Zwischen Bertha-von-Suttner-Platz und dem heutigen Berliner Platz wird die Maargasse (heute Oxfordstraße) vierspurig mit Straßenbahngleisen ausgebaut. Ab März 1967 verkehren die Linien 2 und H über diese Trasse und die Gleise in der Friedrichstraße werden aufgelassen.

Der Ausbau von Münsterplatz und Poststraße als Fußgängerzone führt 1974 dazu, daß die Straßenbahn endgültig die Altstadt verläßt. Die Linien 1 und 2 verkehren ab der Kreuzung Wilhelmstraße / Oxfordstraße über die Haltestelle Landgericht und die Gleise der SSB zum Rheinuferbahnhof und von dort über eine neue Gleisverbindung und die bisher von der Linie 3 (GM) genutzten Gleise zur Haltestelle Hauptbahnhof.

Ab 1967 baut man in Bonn eine U-Bahn-Strecke, die die Linie 3 (GM) sowie Teile der KBE- und SSB-Strecken aufnehmen soll. Feierliche Eröffnung des Tunnelabschnitts Hauptbahnhof – Heussallee ist am 22.3.1975.

Die Darstellung für Google Earth / Google Maps ist in zwei Abschnitte unterteilt: 1969 Google Earth IconGoogle Maps Icon und 1974 Google Earth IconGoogle Maps Icon

Die Situation 1967, 1970, 1971/72 und 1974 wird auch auf der Seite mit den Linienverzeichnissen dargestellt.

Linie 1
Dottendorf – Kessenich – Bonner Talweg – Königstraße – Hauptbahnhof – Münsterplatz – Friedensplatz – Wilhelmplatz – Chlodwigplatz – Rheindorfer Straße (Betriebshof) – Rheindorf
Ab 1974 über Thomas-Mann-Straße anstatt Münsterplatz – Friedensplatz.

Linie 2
Dottendorf – Kessenich – Bonner Talweg – Königstraße – Hauptbahnhof – Münsterplatz – Friedensplatz – Bertha-von-Suttner-Platz – Rheinbrücke – Beuel Bahnhof
Ab 1974 über Thomas-Mann-Straße anstatt Münsterplatz – Friedensplatz.

Linie GM / Linie 3
Rheinuferbahnhof – Hauptbahnhof – Kaiserstraße – Friedrich-Ebert-Allee – Hochkreuz – Godesberg, Rheinallee – Rüngsdorf – Mehlem
1970 umbenannt in Linie 3. Wegen des U-Bahn-Baus verkehrt die Linie ab Oktober 1972 über eine Umleitungsstrecke zwischen der Kaiserstraße und der Haltestelle Ollenhauerstraße. Als Querverbindung wird zwischen den DB-Gleisen und der Baunscheidtstraße ein kurzes Stück der ehemaligen Trajekttrasse genutzt.
Ab 1973 liegt der nördliche Endpunkt am Zentralen Omnibusbahnhof südlich des Hauptbahnhofs (also ganz in der Nähe des Endpunktes Kaiserplatz von 1911). Im Juli 1973 wird der Abschnitt Godesberg – Mehlem nach einem schweren Unfall stillgelegt. Proteste der Bevölkerung erreichen, daß diese Stillegung im März 1974 wieder rückgängig gemacht wird.
1975 ist das erste U-Bahn-Teilstück fertig und die Stadtbahnlinie "U3" übernimmt die Strecke zwischen Bonn (provisorischer Tunnelbahnhof "Am Hauptbahnhof" südlich des jetzigen U-Bahnhofs) und Bad Godesberg. Der Linie 3 bleibt noch 21 Monate lang das Reststück bis Mehlem.

Linie S
Bertha-von-Suttner-Platz – Rheinbrücke – Beuel – Vilich – Sankt Augustin – Siegburg Bahnhof
1973 ab Rheinuferbahnhof, 1974 wieder nur ab Bertha-von-Suttner-Platz, 1975 ab Landgericht. Ab 1975 wird zum Wenden die zukünftige Stadtbahnhaltestelle Stadthaus benutzt.

Linie H
Rheinuferbahnhof / Thomas-Mann-Straße – Landgericht – Bertha-von-Suttner-Platz – Rheinbrücke – Beuel Bahnhof – Ramersdorf – Oberkassel – Oberdollendorf – Königswinter – Honnef
 

Die Rheinuferbahn erhält 1968 nochmals eine neue Trasse, da die bisherige Trasse dem Ausbau der Stadtautobahn und des Autobahnkreuzes Bonn-Nord im Wege steht. Bei der Neutrassierung wird berücksichtigt, daß zwischen Tannenbusch und Buschdorf ein großes Neubaugebiet entstehen soll. Der Ellerbahnhof verliert seine direkte Verbindung zur Rheinuferbahn. Das Bild rechts ist ein Link auf eine weitergehende Darstellung der verschiedenen KBE-Streckenführungen.

1967 schließt die KBE das Bahnbetriebswerk Dransdorf (auf dessen Gelände sich heute der SWB-Betriebshof befindet). 1969 erhält die Rheinuferbahn ab Hersel eine Gleisverbindung zum neuen KBE-Rangierbahnhof Bendenfeld und weiter zum DB-Güterbahnhof, der zusammen mit dem bereits seit 1911 existierenden Übergabegleis aus Dransdorf erreicht wird. Die der Stadt Bonn gehörende Anschlußbahn zum Rheindorfer Hafen wird am 13.9.74 zum letzten Mal bedient.

Die KBE befinden sich wirtschaftlich in einem schlechten Zustand.

Vorgebirgsbahn
Rheinuferbahnhof – Bonn-West – Brühler Straße (bis 1968 Bonn-Tannenbusch) – Dransdorf – Brühl – Köln

Rheinuferbahn (Streckenführung ab 14.12.1968)
Rheinuferbahnhof – Bonn-West – Tannenbusch – Buschdorf – Hersel – Wesseling – Köln
Ab 30.8.1975 verkehren auf der Rheinuferbahn keine Schnellzüge mehr.


Verkehrsverbund und unterirdische Streckenführung / Ende der KBE

Alle Bahnen verkehren ab 1976 in der Verkehrs- und Tarifgemeinschaft Rhein-Sieg (VRS). Bis auf die KBE hatten die anderen Bahnlinien bereits vorher ihrer Tarife vereinheitlicht (Tarifgemeinschaft SWB/KBE für das Stadtgebiet Bonn seit 1.10.1972). Seit 1975 ist der Bonner Stadtbahntunnel in Betrieb. Ab 1978 benutzt auch die Rheinuferbahn als Linie 16 diese Strecke und verkehrt durchgehend bis Bad Godesberg.

1979 wird der unterirdische Knotenbahnhof "Hauptbahnhof" eröffnet. Die Linie H erhält ihn als Endpunkt, die Linie S fährt weiter bis Landesbehördenhaus und über einen Abzweig und ein Stück Tunnel zur Haltestelle Rheinaue auf dem Gelände der Bundesgartenschau 1979. Während der Bundesgartenschau gibt es zwischen Tannenbusch Mitte und Rheinauenpark eine Verstärkerlinie 8.

Die Darstellung für Google Earth / Google Maps ist in drei Abschnitte unterteilt: 1976 Google Earth IconGoogle Maps Icon / 1980 Google Earth IconGoogle Maps Icon / 1992 Google Earth IconGoogle Maps Icon

Die Situation 1979 und 1983 wird auch auf der Seite mit den Linienverzeichnissen dargestellt.

Mit dem Bau des unterirdischen Bahnhofs Ramersdorf wird 1981 die zweite Rheinquerung möglich, und es ergibt sich folgendes Liniennetz:

Linie 1
Dottendorf – Kessenich – Bonner Talweg – Königstraße – Hauptbahnhof – Thomas-Mann-Straße – Landgericht – Wilhelmplatz – Chlodwigplatz – Rheindorfer Straße – Rheindorf
1987 (Start des Verkehrsverbund Rhein-Sieg) umbenannt in Linie 61.

Linie 2
Dottendorf – Kessenich – Bonner Talweg – Königstraße – Hauptbahnhof – Thomas-Mann-Straße – Landgericht – Bertha-von-Suttner-Platz – Rheinbrücke – Beuel Bahnhof
1987 umbenannt in Linie 62.

Linie 3
Tannenbusch Mitte – Bonn-West – Hauptbahnhof (U) – Heussallee (U) – Hochkreuz – Godesberg, Rheinallee
Ab 21.4.1979 verkehrt die Linie im Norden ab Tannenbusch Mitte über die Rheinuferbahn-Trasse und taucht südlich (der kümmerlichen Reste) des Westbahnhofs in den Stadtbahntunnel ein. 1987 umbenannt in Linie 63.

Linie S
Oberkassel – Ramersdorf (U) – Rheinaue – Heussallee (U) – Hauptbahnhof (U) – Landgericht – Bertha-von-Suttner-Platz – Rheinbrücke – Beuel – Vilich – Sankt Augustin – Siegburg Bahnhof
Ab 21.4.1979 fährt die Linie S am Stadthaus in den Tunnel zum Hauptbahnhof und ab 27.4.1979 weiter bis zum Rheinauenpark (Bundesgartenschau 1979). 1981 geht es dann weiter bis Ramersdorf und in der Hauptverkehrszeit bis Oberkassel. 1983 wird der südliche Endpunkt nach Oberdollendorf verlegt, 1988 nach Königswinter. 1987 umbenannt in Linie 66. Ab 1991 fährt die Linie 66 bis Bad Honnef und ersetzt auf dem südlichen Abschnitt die Linie 64.

Linie H
Hauptbahnhof (U) – Landgericht – Bertha-von-Suttner-Platz – Rheinbrücke – Beuel Bahnhof – Ramersdorf (U) – Oberkassel – Oberdollendorf – Königswinter – Honnef
Ab 21.4.1979 wie die Linie S ab Stadthaus zur unterirdischen Station Hauptbahnhof. 1987 umbenannt in Linie 64. Ab 1991 verkehrt die Linie 64 nur noch bis Ramersdorf, während der Hauptverkehrszeit bis Oberkassel Süd.

Linie 16 (Rheinuferbahn)
Godesberg, Rheinallee – Hochkreuz – Heussallee (U) – Hauptbahnhof (U) – Bonn-West – Tannenbusch Mitte – Buschdorf – Wesseling – Köln – Köln-Mülheim
Am 11.8.1978 endet die Ära der klassischen Rheinuferbahn; einen Tag später fahren erstmals planmäßige Züge der Stadtbahnlinie 16. Ab Bonn West geht es nun in den Bonner Stadtbahntunnel und weiter nach Bad Godesberg.

Linie 18 (Vorgebirgsbahn)
Rheinuferbahnhof – Bonn-West – Brühler Straße – Dransdorf – Brühl – Köln
Am 28.2.1979 wird der KBE-Güterbahnhof Ellerbahnhof geschlossen und die Verbindung zur Vorgebirgsbahn kurze Zeit später stillgelegt. Der 25.10.1985 ist der letzte Betriebstag des Bonner Rheinuferbahnhofs. Die Linie 18 startet danach ebenfalls in der unterirdischen Station "Hauptbahnhof". Bis 1986 muß in Schwadorf von Stadtbahnfahrzeugen in KBE-Züge umgestiegen werden. Am 8.11.1986 endet nach über 89 Jahren der Eisenbahn-Personenverkehr der KBE.

Nachdem sich die Zerstörung der KBE bereits durch gemeinsame Leitung (1977) und Verwaltungsgemeinschaft (1978) mit den Kölner Verkehrsbetrieben (KVB) abzeichnete, wird die Köln-Bonner Eisenbahnen AG am 1.7.1992 rückwirkend zum 1.1.1992 aufgelöst. Güterverkehr, Schienenstrecken (außerhalb des Bonner Stadtgebiets), Hafenanlagen und Immobilien gehen auf die "Häfen und Güterverkehr Köln" (HGK) über. Die Betriebsführung des Personenverkehrs auf den ehemaligen KBE-Strecken außerhalb Bonns übernehmen die KVB.


"Schiene '94" Google Earth IconGoogle Maps Icon

1994 bekommen die Linien 61 und 62 wieder Zweirichtungsfahrzeuge, im Bonner Norden wird die Linie 61 nach Auerberg verlängert und es kommt im Rahmen des Konzepts Schiene '94 zu einer Umstrukturierung des Liniennetzes. Nach Austausch der gesamten Straßenbahnflotte wird die Betriebsspannung auf den Strecken der Linien 61 und 62 auf 750 Volt erhöht und damit an die Stadtbahnstrecken angepaßt. Am 23.9.1994 wird der Godesberger Stadtbahn-Tunnel eröffnet. Ab 26.9.1994 verkehren die Linie 3 und 16 durchgehend über den Godesberger Bahnhof zum neuen Endpunkt Stadthalle.

Linie 61
Dottendorf – Kessenich – Bonner Talweg – Königstraße – Hauptbahnhof – Thomas-Mann-Straße – Stadthaus – Wilhelmplatz – Chlodwigplatz – Rheindorfer Straße – Auerberg
In der Rheindorfer Werftstraße werden das eingleisige Streckenstück und die Wendeschleife aufgelassen. Die Haltestelle Landgericht wird durch eine Haltestelle am Stadthaus ersetzt.

Linie 62
Dottendorf – Kessenich – Bonner Talweg – Königstraße – Hauptbahnhof – Thomas-Mann-Straße – Stadthaus – Bertha-von-Suttner-Platz – Rheinbrücke – Beuel Bahnhof – Ramersdorf (U) – Oberkassel Süd
Die Linie 62 übernimmt die Aufgaben der bisherigen Linie 64.

Linie 63
Tannenbusch Mitte – Bonn-West – Hauptbahnhof (U) – Heussallee (U) – Hochkreuz – Godesberg, Stadthalle (U)

Linie 65 (wenige Fahrten während der HVZ)
Beuel Bahnhof – Rheinbrücke – Bertha-von-Suttner-Platz – Wilhelmplatz – Chlodwigplatz – Rheindorfer Straße – Auerberg

Linie 66
Bad Honnef – Königswinter – Oberdollendorf – Oberkassel – Ramersdorf (U) – Rheinaue – Heussallee (U) – Hauptbahnhof (U) – Stadthaus – Bertha-von-Suttner-Platz – Rheinbrücke – Beuel – Vilich – Sankt Augustin – Siegburg Bahnhof
Im Oktober 2000 erhält die Linie 66 in Siegburg einen neuen Endbahnhof unter den Gleisen des DB-Bahnhofs. Der Haltepunkt Zange entfällt.

Linie 67 (wenige Fahrten während der HVZ)
Godesberg, Stadthalle (U) – Hochkreuz – Heussallee (U) – Hauptbahnhof (U) – Stadthaus – Bertha-von-Suttner-Platz – Rheinbrücke – Beuel – Vilich – Sankt Augustin

Linie 68 (wenige Fahrten während der HVZ)
Ramersdorf (U) – Rheinaue – Heussallee (U) – Hauptbahnhof (U) – Bonn-West – Brühler Straße – Dransdorf – Bornheim

Linie 16
Godesberg, Stadthalle (U) – Hochkreuz – Heussallee (U) – Hauptbahnhof (U) – Bonn-West – Tannenbusch Mitte – Buschdorf – Wesseling – Köln – Köln-Mülheim
zum 1.6.1997 wird die Linie mit Eröffnung der Mülheimer U-Bahn bis Köln-Buchheim verlängert. Ab Dezember 2003 (Neuordnung der Stadtbahn in Köln) endet die Linie 16 in Köln-Niehl.

Linie 18
Hauptbahnhof (U) – Bonn-West – Brühler Straße – Dransdorf – Brühl – Köln – Köln-Chorweiler
Ab Dezember 2003 (Neuordnung der Stadtbahn in Köln) verkehrt die Linie 18 über Köln-Mülheim nach Thielenbruch.

1909-1914 1915-1936 1936-1945 1949-1953 1955-1966 ab 1994
Skizze
Die reinen HVZ-Linien 65, 67 und 68 sind in der Grafik nicht dargestellt.
Darstellung für Google Earth / Google Maps auf der Grafikseite.

 
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Alle Angaben wurden nach bestem Wissen unter Hinzuziehung der angegebenen Literaturquellen gemacht. Fehler sind aber trotzdem nicht ausgeschlossen. Der Autor ist für Hinweise auf Fehler oder Unkorrektheiten und auch für ergänzende Hinweise dankbar.


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Zuletzt geändert am 18.10.2016 / © Edmund Lauterbach – Impressum / Kontakt